Mönchengladbach: Ihr Name ist Melody
VON MEYEL LÖNING - zuletzt aktualisiert: 12.11.2010Mönchengladbach (RPO). Die 18-jährige Windbergerin war im Musical-Castingprojekt "Choristocats" der Publikumsliebling. Melody Awuah singt sehr gerne und viel – egal ob auf der Bühne, auf der Straße, in der Schule oder sogar beim Bügeln.
windberg/stadtmitte Einen Moment überlegt Melody Awuah. Dann schmettert sie ein eindrucksvolles Ständchen durch den Raum. Kräftig, voller Ausdruck und voll Talent. "Respect" hieß das Lied der 18-Jährigen, mit dem sie im Casting-Finale der Choristocats die meisten Stimmen aller Zuschauer holte. Sie macht das Lied zu ihrem Lied, nicht zuletzt, weil sie ihre Gesangseinlage mit einer eigens verfassten Schlussbotschaft ausklingen lässt: "My name is Melody." Das ist unüberhörbar. Danach läuft sie mit ihrer modisch-pinken Mütze in den Regen. Schließlich möchte sie noch mit ihrem Bruder King-Midas zum Martinszug. In der Adventszeit singt sie auch auf der Straße in der Innenstadt. Eine Bühne braucht Melody Awuah nicht – sie singt überall.
Die Liste lässt sich leicht fortführen. In der Schule kann es passieren, dass sie unvermittelt eine kleine Gesangsübung einstreut. "Manchmal ist mir eben langweilig", sagt die Oberstufenschülerin. Auch beim Bügeln im Haushalt findet sich Zeit. Dort kommen ihr – je nach Gemütslage – auch Ideen für eigens komponierte Lieder. "Dann schreibe ich meine Emotionen auf und nehme die Melodien mit meinem uralten Handy auf", sagt Melody Awuah und lacht.
Die Choristocats
Projekt Die Choristocats sind Sänger im Alter von elf bis 19 Jahren.
Videos Auf der Internetseite www.choristocats.de können die Auftritte der Choristocats angesehen werden. Wer auch einmal "Respect" von Melody Awuah hören möchte, kann dies tun unter http://www.youtube.com/watch?v=wqNLfSvBTQc.
Serie Die Choristocats-Portraits aus den anderen Stadtteilen sind online abrufbar unter www.rp-online.de/moenchengladbach.
Nicht immer war der 18-Jährigen zum Lachen zumute, wenn sie über Musik sprach. Erst vor einigen Monaten wurde sie aus einer Band rausgeschmissen. Sie könne nicht singen, hieß es. "Da war mein Selbstbewusstsein erstmal weg", sagt Melody Awuah, die ihr Selbstbewusstsein aber mittlerweile wieder hat.
Über Auftritte im Musical "Hairspray" in Grefrath und im Gospelchor Korschenbroich kam sie dann zum Choristocats-Casting, bei dem sie die Jury um Projektleiter Hermannjosef Roosen überzeugte, der über das Temperament der 18-Jährigen auf der Bühne sagt: "Sobald Melody drei Sekunden Musik hört, ist sie jenseits von Gut und Böse." Melody Awuah nennt das "spontan oder kreativ". Natürlich überlege sie sich auch immer eine Choreographie. "Aber am Ende macht man dann doch was anderes", sagt sie, um anschließend für Verständnis für ihre Eigenart zu werben.
In der Adventszeit wird sie in der Innenstadt auf der Straße zu hören sein, danach geht es im Frühjahr in der Highschool-Musical-Rolle von Taylor McKessie mit den Choristocats auf die Bühne. Und in nicht allzu ferner Zukunft will sie dann auch mal raus. "Ich möchte aufs Berufskolleg nach London. Nach der Schule und dem Studium sofort in den Beruf, das wär' doch langweilig – oder?", fragt sie.
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