Mönchengladbach: Im „Hürriyet“: Absage unverständlich
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 29.10.2007Mönchengladbach (RPO). Die Absage des Top-Fußballspiels der Kreisliga B zwischen dem türkischen Verein Türkiyemspor Mönchengladbach und den Kurden von Welate Roj hat es auf die erste Seite der türkischen Zeitung „Hürriyet“ gebracht.
Außerdem bescherte der Vorfall, über den die RP berichtete, der Vorsitzenden des Gladbacher Integrationsrates einen Zusatzjob: Gülistan Yüksel soll zwischen den beiden Vereinen vermitteln.
Gestern hätten die beiden Teams gegeneinander antreten sollen. Für sportliche Rivalität war gesorgt: Beide Mannschaften haben bisher alle zehn Spiele gewonnen. Doch dann griff der Fußballkreis ein: Weil eine Demonstration angekündigt war, sagte der Kreisfußball-Ausschuss die Partie ab – „weil die Sicherheit aufgrund der politischen Lage nicht garantiert werden konnte“. Hintergrund sind die türkisch-kurdischen Konflikte an der Grenze der Türkei zum Irak.
Im „Hürriyet“-Beitrag wird davon berichtet, dass die Gründe der Absage nicht verständlich seien. In den vergangenen Tagen war der Demo-Aufruf das beherrschende Thema in türkischen Cafés. Türken wurden im Internet und per Kurzmitteilungen aufgefordert, an Demonstrationen gegen die kurdische Untergrundorganisation PKK teilzunehmen. Integrationsrat-Vorsitzende Yüksel versicherte gestern der RP: „Ich werde Vertreter beider Vereine an einen Tisch holen.“
Inzwischen steht fest: Eine pro-türkische Veranstaltung gegen Terrorismus soll es am 3. November in Rheydt geben: Bis zu 1000 Teilnehmer werden erwartet.
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