Mönchengladbach: Im Hugo: Ausstellung gegen Rechts
VON JULIANE KAELBERLAH - zuletzt aktualisiert: 11.01.2012Mönchengladbach (RP). Rheydt Unauffällig wirkt sie, die Ausstellung "Für Demokratie – Gegen Rechtsextremismus" in der Aula des Hugo-Junkers-Gymnasiums: fünf große Tafeln im Halbkreis, in der Mitte ein Tisch. "Das sieht nicht nach viel Arbeit aus", sagt Maxim Lipkin. "Aber es hat wirklich ein paar Monate gedauert, bis alles organisiert war." Gestern eröffnete der 20-Jährige die Wanderausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung. Er habe seiner Schule etwas zurückgeben wollen, "für das, was sie in mich investiert hat", sagt er.
Durch seine Arbeit im Vorstand des Rheydter SPD-Ortsvereins kam er auf die Idee, die Tafeln in der Schule auszustellen. So früh wie möglich sollten Jugendliche erfahren, welche Gefahr extremistische Politik für eine Gesellschaft bedeutet. Er telefonierte mit der Stiftung, lud Politiker ein, sprach mit der Schulleitung. Mitten in die Vorbereitungen kamen die Berichte über die rechtsextreme Terrorzelle aus Zwickau ans Licht.
Dass man nicht vergessen dürfe, was politischer Extremismus in einem Land anrichte, betonte er auch in seiner kurzen Rede: "Demokratie ist ein wichtiges Gut – und vielen ist gar nicht bewusst, dass wir sie auch schützen müssen", sagte er. "Wer Demokratie verteidigen will, muss wachsam sein", sagte der Generalsekretär der nordrhein-westfälischen SPD, Michael Groschek, den Maxim Lipkin als Redner eingeladen hatte. Den großen Blumenstrauß gab der Generalsekretär postwendend an den Schüler zurück. "Für soviel Arbeit hast du ihn dir verdient. " Auch neben der Ausstellung ist Engagement für den Schüler ein wichtiges Thema. "Wenn ich mal Hilfe brauche, hoffe ich auch, dass mir jemand zur Seite steht", sagte er.
Und er weiß, wovon er spricht: Mit fünf Jahren kam er von Lettland nach Deutschland, sprach kaum ein Wort Deutsch. "Ich habe meine Chance bekommen und mich durchgebissen", sagt er. Dass es Leute gab, die ihm dabei geholfen haben, hat er nicht vergessen. Im vergangenen Jahr sammelte er mit Mitschülern Spenden für die Erdbebenopfer in Japan und organisierte eine Podiumsdiskussion mit jungen Politikern in der Schule. "Man hat eine Verantwortung in der Gesellschaft", sagte er. Und die will er auch wahr nehmen.
Info Die Ausstellung ist bis zum 2. Februar, wochentags von 8 bis 14 Uhr im Hugo-Junkers-Gymnasium, Brucknerallee 58-60, zu sehen.
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