Mönchengladbach: Im Mängelexemplar zur Schule
VON NADINE FISCHER - zuletzt aktualisiert: 04.09.2009Mönchengladbach (RPO). Sie kontrollierten die Reifen, die Bremsen und das Interieur. 40 Schulbusse nahmen Polizisten in knapp zwei Wochen unter die Lupe. Sechs Busse zogen sie aus Sicherheitsgründen aus dem Verkehr.
Immer wieder drückte der Busfahrer auf den Knopf in der Nähe des Lenkrads. "Zisch, zisch, zisch", tönte es gestern Morgen um kurz nach 8 Uhr über den Pausenhof der Paul- Moor-Schule. Jetzt hätte sich eigentlich langsam der Warnton melden müssen, der darauf hinweisen sollte: "Mit dem Bremsdruck stimmt etwas nicht". Aber es blieb still. Jürgen Nauß von der Verkehrsüberwachung der Polizei merkte sich den Akustik-Mangel am Gefährt, dann inspizierte er den Rest. Schon in der vergangenen Woche war genau dieser Schulbus wegen schlechter Reifen bei einer Kontrolle durch die Spezialisten für Schwerlastverkehr an selber Stelle unangenehm aufgefallen. Die Polizisten hatten dem Fahrer verboten, weiterzufahren.
Fehler beheben
Verantwortlich Für die Sicherheit der Busse sind die Busunternehmen verantwortlich.
Geprüft Die Polizei stellt die Mängel fest und informiert die Stadt. Sie erteile den Unternehmen die Genehmigungen zum Schülertransport.
Zurück Weil die Beamten bei der ersten Kontrolle an der Paul-Moor-Schule erhebliche Mängel feststellten, waren sie nochmal vor Ort.
Ohne nötige Fahrerlaubnis
Seit knapp zwei Wochen überprüft die Polizei Schulbusse an Endhaltestellen auf ihre Sicherheit, bis gestern Mittag waren es 40 Stück an 18 meist weiterführenden Schulen. "In sechs Fällen haben wir den Fahrern die Weiterfahrt untersagt", berichtet Sascha Hoitz, Dienstgruppenleiter der Verkehrsüberwachung.
"In zwei Fällen hatten die Reifen erhebliche Mängel, zwei Fahrer hatten nicht die nötige Fahrerlaubnis und zweien fehlte der Fahrgastbeförderungsschein", erläutert Hoiz. Darüber hinaus hatten 13 Fahrer die Lenk- und Ruhezeiten nicht eingehalten, drei Busse wiesen diverse Mängel wie festgeschraubte Nothammer, schlecht zugängliche Feuerlöscher und Verbandskästen auf. Die Polizisten stellten neun Mängelkarten aus – nachdem die Mängel behoben sind, müssen die Busse dem TÜV vorgeführt werden. "Nur in zehn Fällen hatten wir nichts zu beanstanden", sagt Dienstgruppenleiter Sascha Hoitz. Und fügte hinzu: "Aufgrund dieser Ergebnisse werden wir die Kontrollen in dieser Intensität fortführen."
Heute ist erstmal der letzte Tag der zweiwöchigen Aktion, die sich nicht nur auf Mönchengladbach beschränkt: Sie ist eine Initiative einer Interessengemeinschaft der Polizei mehrerer Länder. "Ziel der Interessengemeinschaft ist, europaweit die Zahl der Verkehrsunfälle zu reduzieren", erzählte Dienstgruppenleiter Harald Küster gestern Morgen vor der Kontrolle an der Paul-Moor-Schule für geistig behinderte Kinder.
Sieben Linienbusse überprüften Küster, Jürgen Nauß und weitere Kollegen. Sie sahen sich etwa Reifen an, kontrollierten, ob die Windschutzscheibe Risse hat, die Bremsen und die Sicherheitseinrichtungen an den Türen funktionieren. "Wir haben bei den Bussen zwei Mängel festgestellt", resümierte Küster nach der Aktion. Einer verlor an der Druckluftanlage für eine Tür etwas Luft, das sei aber nicht so schwerwiegend. Den Bus mit der fehlenden Bremsdruck-Akustik schickten die Beamten jedoch gleich in die nächste Werkstatt.
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