Mönchengladbach: Im Streit um Frau flogen die Messer
VON INGRID KRÜGER - zuletzt aktualisiert: 15.05.2008Mönchengladbach (RPO). Der Mann auf der Anklagebank kann sich nicht erinnern, was in der Nacht zum 18. November in einer Wohnung an der Neusser Straße passiert ist. Als die Polizei eintraf, lag das Opfer mit schweren Schnittverletzungen im Rücken und im Oberschenkel auf dem Boden. Einen 26-jährigen Rumänen macht der Staatsanwalt in einem Schwurgerichtsprozess für den versuchten Totschlag verantwortlich. Der Angeklagte verteidigt sich mit alkoholbedingten Gedächtnislücken. Er sei betrunken gewesen und habe einen Filmriss, ließ er durch einen Dolmetscher übersetzten.
Seine Familiengeschichte schilderte der 26-Jährige bereitwillig. Aufgewachsen in einem rumänischen Dorf musste er bereits als 13-Jähriger beim Schafehüten helfen. Auch nach der Heirat arbeitete er in der Landwirtschaft für geringen Lohn. Ein Verwandter riet ihm, mit Zeitarbeitsverträgen zunächst in der Slowakei und später in Mönchengladbach als Metzger zu arbeiten. So landete der Familienvater im Oktober 2007 am Niederrhein.
In der Tatnacht wurde in der Wohnung von Kollegen und Landsleuten gefeiert, offensichtlich mit sehr viel Alkohol. „Da standen viele Schnaps- und Bierflaschen“, so die Aussage von Polizeibeamten. Nach Mitternacht gab es Streit. Der Angeklagte wollte mit einer der zwei anwesenden Frauen tanzen. Er solle sich zum Teufel scheren, soll das spätere Opfer gesagt haben. Einem Kollegen gelang es nicht, den tobenden Partygast zu beruhigen. Es kam zu einer Rangelei. Der Angeklagte griff nach mehreren Messern, die in der Wohnung lagen - und stach zu, so das polizeiliche Ermittlungsergebnis. Dem Opfer gelang es , in ein Zimmer zu flüchten. Als die Polizei eintraf, war der Angeklagte verschwunden, wurde aber kurz danach ein paar Straßen weiter festgenommen. Am Freitag soll das Opfer aussagen.
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