Mönchengladbach: In der Bar roch es nach Benzin
VON INGRID KRÜGER - zuletzt aktualisiert: 10.10.2009Mönchengladbach (RPO). Im Mordprozess vor dem Schwurgericht standen gestern Polizeibeamte im Mittelpunkt. Kein Wunder. Schließlich macht der Angeklagte (27), dem der Staatsanwalt versuchten Mord und schwere Brandstiftung vorwirft, von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch.
Tatsächlich soll der aus Kasachstan stammende Angeklagte am 24. September 2008 in der Bar mit dem bordellartigen Betrieb an der Rheydter Straße den Brand gelegt haben. Er war der Betreiber des Clubs. Damals wurde eine vierköpfige Familie, die auf der zweiten Etage wohnte, schwer verletzt. Deshalb sind die Aussagen von Vernehmungsbeamten für die Aufklärung des ungewöhnlichen Verbrechens von Bedeutung.
So erinnerten sich gestern Polizeibeamte, die in der Nacht noch die Löscharbeiten der Feuerwehr beobachteten, an starken Benzingeruch in den Räumen der Bar. Dabei fiel einem Beamten, der für die Tatort-Bearbeitung zuständig war, die aufgebrochene Haustür auf. Nach der Vernehmung eines zufälligen Augenzeugen war klar, wer die Haustür eingetreten hatte. Ein Fußgänger, der in der Nachbarschaft wohnt, war damals auf dem Weg zu einer Tankstelle.
"Dort wollte ich Zigaretten kaufen", hatte der Gladbacher dem Vernehmungsbeamten erklärt. Auf dem Rückweg habe er plötzlich die Alarmanlage gehört, die offenbar zu dem Haus an der Rheydter Straße gehörte. Aus der Eingangstür habe er dichten Rauch bemerkt. Er habe geklingelt, so der Augenzeuge. Kurz entschlossen habe er die Tür eingetreten und in den Hausflur gerufen: "Es brennt". Dann habe es eine Verpuffung gegeben. Dabei wurde der Zigarettenkäufer zurückgeworfen und landete verletzt auf dem Asphalt.
Inzwischen war es dem schwer verletzten Hausbewohner (43) gelungen, sich mit der kleinen Tochter auf die Straße zu retten. Dessen Frau mit dem Sohn wurde von der Feuerwehr von einem Nachbargrundstück gerettet. Der Prozess wird fortgesetzt.
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