Mönchengladbach: Islamschule: Eine Chronologie der Spannungen
VON JAN DREBES - zuletzt aktualisiert: 23.09.2010 - 19:50Die ersten Berichte über den geplanten Umzug der Islamschule des Vereins „Einladung zum Paradies“ nach Eicken sind fast zwei Monate alt. Seitdem hat sich eine hitzige Diskussion um die Salafisten entfacht. Viele Bürger protestieren. Wir geben einen Überblick über die Entwicklungen.
Januar 2010
Der Braunschweiger Verein „Einladung zum Paradies“ (EZP) und der Mönchengladbacher Verein „Masjid As Sunnah“ fusionieren. Angeregt hat die Verbindung angeblich der Islamprediger Pierre Vogel. EZP wird bereits seit Längerem vom niedersächsischen Verfassungsschutz beobachtet. „Masjid As Sunnah“ ist dem NRW-Verfassungsschutz wegen enger Kontakte zu EZP bekannt.
Mai 2010
Der Verein „Masjid As Sunnah“ löst sich auf. Dessen Vorsitzender, Sven Lau, wird 2. Vorsitzender von EZP. Er ist ehemaliger Feuerwehrmann aus Mönchengladbach und Konvertit. Muhamed Ciftci, bisher Chef von EZP in Braunschweig, bleibt Vorsitzender.
So geht es weiter
Protest Das Aktionsbündnis gegen Rechts hat für den 9. Oktober Proteste gegen eine zeitgleiche anti-islamische Kundgebung der rechtsextremen Gruppe Pro NRW angekündigt.
Die Bürgerinitiative will sich dem Bündnis anschließen. EZP stellt morgen einen Infostand am Marienplatz auf.
3. August 2010
Ein Eintrag auf der Internetseite des niedersächsischen Verfassungsschutzes informiert darüber, dass EZP plane, nach Mönchengladbach umzuziehen – inklusive der Islamschule, die bundesweit für radikale Lehren der salafistischen Strömung bekannt ist. Die ersten Presseberichte erscheinen kurz darauf.
4. August 2010
Es wird bekannt, dass die Moschee in der Eickener Straße 164 um 1000 Quadratmeter für die Islamschule erweitert werden soll. Die bereits begonnenen Umbaumaßnahmen werden aber von der Stadt wegen Bauauflagen gestoppt. Der Verein bestätigt, dass das EZP-Zentrum von Braunschweig nach Mönchengladbach verlegt werden soll. Als Umzugsdatum wird der 1. Oktober 2010 genannt.
14. August 2010
Die rechtsextreme Partei NPD demonstriert auf dem Eickener Marktplatz gegen die Islamschule. Zahlreiche Bürger protestieren lautstark gegen die Rechten.
27. August 2010
In der Eickener Mehrzweckhalle treffen sich rund 200 Menschen und gründen eine Bürgerinitiative gegen die geplante Islamschule. Sprecher wird Wilfried Schultz.
3. September 2010
Die Moschee in der Eickener Straße wird versiegelt. Am Abend startet die Bürgerintiative zum ersten Mal eine Demonstration mit rund 300 Teilnehmern durch Gladbach. Der Verein EZP hält das erste Nachtgebet auf dem Eickener Markt ab.
17. September 2010
Zum letzten Mal findet das Freitagsgebet auf dem Marktplatz statt. Künftig will EZP die Gebete in einem Zelt auf dem Moscheegelände abhalten. Zahlreiche Muslima demonstrieren am Rand für den Islam und ihre Verschleierungen.
20. September 2010
Die Initiative gründet den Verein „Bürger für Mönchengladbach“, um Bildungsarbeit gegen religiösen Extremismus zu leisten.
21. September 2010
Der NRW-Verfassungsschutz nennt die Ziele des Vereins „Einladung zum Paradies“ in einer Stellungnahme verfassungsfeindlich.
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