Mönchengladbach: Islamzentrum: Bauanträge zurückgewiesen
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 27.12.2010 - 20:00Mönchengladbach (RPO). Die Stadt hat die Bauanträge für den Umbau und die Sanierung der Moschee an der Eickener Straße zurückgewiesen. Das bestätigte am Montag Wolfgang Speen, Leiter der städtischen Pressestelle.
Die Anträge hätten Mängel aufgewiesen und seien zum Teil unvollständig gewesen. Damit ist zunächst einmal auch der zweite Versuch gescheitert, in Eicken ein Islamzentrum aufzubauen. Die Pläne des umstrittenen salafistischen Vereins "Einladung zum Paradies" hatten zu erheblichen Bürgerprotesten geführt.
Der Kaufvertrag für Grundstück und Gebäude in Eicken ist bereits unterzeichnet. Vor zwei Wochen wurden drei Bauanträge bei der Stadt eingereicht: Einer betrifft die Sanierung der Moschee, die zurzeit nicht als Gebetsraum genutzt werden darf, einer den Umbau der rückwärtigen Werkstatt und ein weiterer den Abriss der nahe gelegenen Tankstelle.
Ein erster Bauantrag war bereits im September abgelehnt worden, weil Unterlagen fehlten, die auch nicht in der eingeräumten Frist nachgereicht wurden. Zurückgewiesen wurde auch der Eilantrag der Salafisten beim Verwaltungsgericht Düsseldorf. Der Verein "Einladung zum Paradies" hatte die Stadt verklagen wollen, weil seine Moschee versiegelt worden war.
Nach dem Scheitern des Eilantrages baute der Verein, der unter Beobachtung des Verfassungsschutzes steht, ein Zelt auf dem Grundstück auf. Drei Monate lang durfte es dort ohne spezielle Genehmigung stehen. Denn Zelte unter 75 Quadratmeter gelten für einen bestimmten Zeitraum als "fliegende Bauten". Doch gestern ist die Frist abgelaufen.
"Jetzt gibt es eine rechtlich andere Position. Nun müsste eine Baugenehmigung beantragt werden, wenn das Zelt nicht abgebaut wird", sagt Wolfgang Speen. Der Verein habe bis zum 7. Januar die Möglichkeit, sich zu äußern. Das Bauordnungsamt werde auf jeden Fall Kontrollen durchführen, versichert der Stadtsprecher.
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