Mönchengladbach: Ist das Chaos bald vorbei?
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 30.11.2007Mönchengladbach (RPO). 17 000 Fahrzeuge donnern täglich über die Mülgaustraße. Das könnten bald deutlich weniger sein. Denn am Knotenpunkt Giesenkirchener Straße soll das Geradeaus-Fahren von Odenkirchen in Richtung Rheydt nicht mehr erlaubt werden. Nur Busse dürfen noch durchfahren.
Die Odenkirchener beklagen es schon lange: Auf der Mülgaustraße ist viel zu viel Verkehr. Zwar sollte schon der Ausbau der Duvenstraße im Bereich des alten Mülforter Bahnhofs Entlastung für die als „Nebenstraße“ deklarierte Route bringen. Doch so recht mag sich die Mehrheit mit der neuen Verbindung nicht anfreunden. Auf der teuer bezahlten, neuen Hauptverkehrsachse fahren im Vergleich nur 10 000 Autos. Irgendwie logisch, dass die neue Spange freiwillig nicht genutzt wird: Der kürzeste Weg von Odenkirchen nach Rheydt führt über die Mülgaustraße. Basta.
Förderantrag ist auf dem Weg
Doch vielleicht werden es sich die Autofahrer in Zukunft doch anders überlegen. Denn möglicherweise wird am Knotenpunkt Mülgau-/ Giesenkirchener Straße bald kein Geradeaus-Verkehr mehr zugelassen. Zumindest nicht von Odenkirchen aus in Richtung Rheydt. Nur Busse dürften dort noch passieren. „So könnten wir die Mülgaustraße deutlich entlasten“, erklärte Verkehrsplaner Martin Scheel in der Bezirksvertretungssitzung Odenkirchen. Und: Auf der Fahrbahn könnte beidseitig ein Radweg markiert werden. Der Förderantrag ist schon auf dem Weg, wie Scheel informierte, „denn auch das Land sieht die Baumaßnahme positiv.“ Wenn alles glatt läuft, könnte in 2008 begonnen werden. Wie soll die Mülgaustraße in Zukunft aussehen? Von der sieben Meter breiten Fahrbahn werden rechts und links je mindestens 1,25 Meter für den Radweg abgetrennt. Auf der verbleibenden etwa 4,50 breiten Fahrbahn wird es keine Mittellinie mehr geben, „an der sich Raser orientieren können“, so Scheel. Das Parkangebot an der Mülgaustraße könnte sogar ausgeweitet werden, sagt der Verkehrsplaner.
Mehr Stell- oder Ladeflächen wären möglich an der Kirschhecke, an der Marienbader-, Saar- und Kochschulstraße.
Nicht mehr über die Mülgaustraße bis in die Rheydter City zu fahren, damit konnten sich die Odenkirchener nicht gleich anfreunden. Die Einruhr- und die Kochschulstraße würden außerdem mehr belastet, lautete ein Einwand. Doch wie Scheel versicherte, müsse das Verkehrsaufkommen auf der Mülgaustraße verringert werden, denn für 17 000 Autos seien die angedachten 4,50 Meter Fahrbahnbreite kein verträglicher Querschnitt – oder kürzer ausgedrückt: Ohne Entlastung kein Radweg. Scheel: „Natürlich wird der Verkehr auf den Verbindungsstraßen von Duven- und Mülgaustraße zunehmen, aber es wird nicht so viel werden, dass nicht mehr verkehrsberuhigt ausgebaut werden kann.“
Am Ende sprach sich die Mehrheit für den Radweg und die Entlastung der Mülgaustraße aus, auch wenn dafür die Geradeausspur an der Giesenkirchener Straße wegfällt. Hermann Klammer: „Wahrscheinlich wird’s so ausgehen: Am Anfang wird geschimpft. Und irgendwann haben sich alle daran gewöhnt.“
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