Mönchengladbach: Ist Gladbach fußballmüde?
VON JAN SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 29.03.2011Mönchengladbach (RPO). Schlechtes Signal an Fußball-Deutschland: Beim Länderspiel am Dienstag bleibt das Stadion fast zur Hälfte leer. Selbst für das Derby gegen Köln gibt's noch mehr als 2000 Karten. Für Borussias Geschäftsführer kein Grund zu Sorge.
Drei Länderspiele wurden im Borussia-Park bisher ausgetragen: am 8. Juni 2005 gegen Russland, am 2. Juni 2006 gegen Kolumbien und am 15. Oktober 2008 gegen Wales. Um richtig viel ging es dabei nie, auch waren die Gegner keine absoluten Zugpferde.
Das Stadion war trotzdem jedes Mal restlos ausverkauft. Für das heutige Freundschaftsspiel gegen Australien hingegen waren gestern Nachmittag noch 20 300 der insgesamt 45 800 Tickets verfügbar, wie der Deutsche Fußball-Bund mitteilte. "Wir rechnen für heute Abend mit 30 000 Zuschauern", sagte Borussia-Geschäftsführer Stephan Schippers.
Eine Hoffnung, die er mit dem Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft teilt. "Andere Nationen wären froh, wenn zu einem Länderspiel gegen Australien 30 000 Zuschauer kommen würden", sagte Hansi Flick, der sich trotz des schlechten Vorverkaufs keine Sorgen um das Image der Nationalelf macht: "Die Zuschauer sind wegen der Menge an Spielen wohl etwas gesättigt."
Ob allerdings das Image der Fußballstadt Mönchengladbach leiden wird, wenn im Fernsehen hinter den DFB-Kickern (bei denen allerdings auch einige aus der ersten Garde fehlen werden) massenweise leere Ränge zu sehen sind? Denkbar, aber nicht zwingend. Selbst beim Klassiker Deutschland gegen Italien in Dortmund Anfang Februar schließlich blieben 4000 Plätze frei. Und: "Bei Deutschland gegen die Elfenbeinküste Ende 2009 auf Schalke waren auch nur 30 000 Besucher", sagte Schippers.
Eine andere Nachricht sorgt da schon für etwas mehr Aufsehen: Für das Derby gegen den 1. FC Köln am 10. April sind noch in zahlreichen Kategorien etwas über 2000 Tickets erhältlich, etwa nahezu der gesamte Block 8A. Ende letzter Woche schaltete Borussia die Karten für den freien Verkauf frei. Auch in Tauschbörsen im Internet wurden gestern noch mehrere Eintrittskarten zum Originalpreis angeboten.
Das alles ist insofern bemerkenswert, als der Klassiker üblicherweise schon Monate im Voraus ausverkauft war – und der Verkauf zuletzt meist ganz bewusst auf Vereinsmitglieder beschränkt war, um zu verhindern, dass die beiden Fangruppen sich vermischen. "In der Hinrunde in Köln war es auch schon so, dass sich viele Fans erst am Spieltag selber eine Karte gekauft haben", sagt Schippers. Er konstatiert mitnichten ein sinkendes Interesse seitens der Fans, sondern ganz einfach ein verändertes Kaufverhalten – und das bundesligaweit. "Ganz klar: Wir werden gegen Köln ausverkauft sein", sagt Schippers.
Dass sich durch die möglicherweise nicht mehr eindeutig getrennten Fangruppen Sicherheitslücken auftun, glaubt Schippers nicht. "Es sind keine größeren Gruppen-Kontigente mehr verfügbar. Und den Rest regelt das Preissegment der Karten, die noch verfügbar sind."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum








