Mönchengladbach: Ist Pahlkebad ein Denkmal?
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 06.12.2007Mönchengladbach (RPO). Abriss und Neubau des Rheydter Pahlkebades sind ausgeschlossen, wenn es ein Denkmal ist. Die SPD in Rheydt-Mitte forderte die Stadt auf, dies zu prüfen. Fest steht: Der Startschuss für eine Neugestaltung wird verzögert.
Am 7. Januar schließt das Rheydter Pahlkebad. Wie lange? Das ist nicht klar, weil die Politiker die wichtigste Entscheidung noch nicht gefällt haben: Soll saniert oder doch neu gebaut werden? CDU und FDP wollen den Neubau, SPD, Grüne und FWG kämpfen für die Sanierung. Jetzt bekommen die Pläne einen anderen Dreh: Das Pahlkebad könnte ein Denkmal sein. In diesem Fall ist die Sachlage klar. Es würde nicht abgerissen und wieder aufgebaut, sondern es müsste aufwändig saniert werden. Dies kostet dann vermutlich weit mehr, als bisher veranschlagt ist.
„Außergewöhliche Architektur“
Die SPD hatte in der Bezirksvertretung Rheydt-Mitte den Stein ins Rollen gebracht. Sie forderte in einem Antrag den Denkmalschutz für das Pahlkebad. SPD-Sprecher Bernd Adelt glaubt, damit richtig zu liegen: „In den vergangenen Jahren wurden mehrere Beispiele des Sportstättenbaus der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts unter Denkmalschutz gestellt. Das Pahlkebad wurde 1969 erbaut und weist mehrere Aspekte einer außergewöhnlichen, für die Zukunft zu sichernde Architektur auf.“ Die Bezirksvertretung folgte ihm und stimmte dafür, dass die Verwaltung prüft, ob das Pahlkebad Denkmal ist.
Das hat Folgen. Eine Bezirksvertretung kann zwar nicht selbst ein Gebäude unter Denkmalschutz stellen. Aber der Prüfauftrag muss auf jeden Fall von den Experten der Stadt erledigt werden. Und das läuft so ab: „Ich werde mir bei einem Ortstermin das Bad anschauen und abgleichen, wie viel Original-Bausubstanz noch vorhanden ist. Außerdem ist zu untersuchen, ob das Gebäude einen Zeugniswert für die Epoche hat“, sagt Dr. Karl-Heinz Schumacher, Leiter der Unteren Denkmalbehörde bei der Stadt Mönchengladbach. Seine Einschätzung („Ich hatte noch nie etwas mit Sportstättenbau zu tun und muss mich auch erst einmal schlau machen.“) spricht er mit dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege ab. Das begutachtet dann ebenfalls. Schumacher: „Darauf lege ich großen Wert.“ Wahrscheinlich ist, dass es rund weitere drei Monate dauert, bis sich die Experten auf eine Linie geeinigt haben.
Die NVV, die das Bad möglichst bald in einen besseren Zustand versetzen will, muss sich gedulden. Auch die Bürger müssen länger warten. Sprechen sich die Politiker am Ende für eine Sanierung aus, könnte es sogar erst Anfang 2010 wieder öffnen. Entscheiden sich die Denkmal-Experten dafür, dass es stilprägend für den Sportstättenbau der 60er Jahre ist und damit dringend erhalten werden muss, wird die Sanierung mit Sicherheit deutlich teurer, weil sie dann wesentlich umfassender sein muss. In diesem Fall könnten NVV, CDU und FDP die Neubaupläne ganz zu den Akten legen.
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