Mönchengladbach: Jacobs: Kliniken müssen schnell kooperieren
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 11.07.2008Mönchengladbach (RPO). Mit deutlichen Worten mahnt Wilfried Jacobs, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg, eine möglichst rasche Kooperation der Mönchengladbacher Krankenhäuser an und kritisiert die Kommunalpolitiker. Nur eine Gemeinschaftsstruktur sichere das Überleben aller Mönchengladbacher Krankenhäuser, sagte Jacobs gestern auf Anfrage der RP.
„Die Kooperation geht zu langsam voran und wird blockiert von überzogenem Egoismus der Häuser und der Gremien“, so Jacobs. Er könne daher die Reaktion der Mitarbeiter-Vertreter, die sich an Oberbürgermeister Norbert Bude gewendet hatten, gut verstehen. „Das war mutig, eindrucksvoll und richtig.“
Dass die Krankenhäuser Träger mit unterschiedlichen Rechtsformen haben, ist nach Überzeugung des AOK-Chefs kein Hindernis. Es gebe inzwischen Beispiele für geglückte Fusionen in ähnlicher Konstellation. So fusionierte in Gütersloh ein kommunales Krankenhaus mit einem evangelischen. In Gladbachs Nachbarstadt Viersen beteiligt sich ein katholischer Träger am Allgemeinen Krankenhaus Viersen (AKH). „Im Übrigen habe ich noch keinen Patienten erlebt, der bei der Einlieferung fragt, welche Struktur und welchen Träger das Haus eigentlich hat“, so Jacobs. Entscheidend sei allein die Qualität der medizinischen Leistung.
Deutliche Kritik übt Jacobs an den Mönchengladbacher Kommunalpolitikern. Die beste Therapie für die Patienten könne ja wohl kaum vom Termin einer politischen Wahl abhängen, meint Jacobs süffisant. Die zukunftsorientierte Neuordnung eines regionalen Krankenhausmarktes dürfe sich nur leiten lassen von der der Qualitätssicherung der Medizin – „und nicht vom Termin der Kommunalwahl“.
Der Kooperationsprozess im Krankenhausbereich sei nicht einfach. Darum brauche es eine starke Hand. „Den Oberbürgermeister sollte man mal machen lassen und sich nicht schon im Vorfeld in allen möglichen und unmöglichen Gremien ideologisch festlaufen“, so Jacobs wörtlich. Mönchengladbach habe schon einmal einen Gesundheitsstandort verschlafen. „Die Reha-Klink Korschenbroich hätte auf Mönchengladbacher Gebiet stehen können“, erinnert der AOK-Vorstandsvorsitzende.
Er hofft, dass es gelingt, die Hardterwald-Klinik zu sichern. Jacobs: „Sie ist ein geografisches Filetstück und wäre bestens geeignet als geschützte Demenzpflegeeinrichtung mit Tages- und Nachtklinik.“ Dafür gebe es auch noch Fördermittel.
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