Mönchengladbach: Jamies Kampf gegen den Krebs
VON ANDREAS GRUHN - zuletzt aktualisiert: 25.01.2010Mönchengladbach (RPO). Der kleine Jamie Inglis (4), der mit seinen Eltern im JHQ lebt, ist an einer sehr seltenen Krebsform erkrankt. Für seine Behandlung in den USA müssen seine Eltern in sechs Wochen 120 000 Pfund sammeln – oder er droht zu sterben.
Wer dem kleinen Jamie in die großen, blauen Augen blickt, mit ihm am Krankenbett spielt, der merkt nicht, dass der vierjährige Junge gerade mit dem Tod ringt. Er ist ein fröhlicher Junge, sagt sein Vater John Inglis. Die Schwestern in der Düsseldorfer Uniklinik haben ihn "Prince Charming" getauft. Er lacht viel mit ihnen, wenn er denn die Atemmaske einmal abnehmen darf.
"Aber er war schon so knapp davor, ein Engel zu werden", sagt John Inglis (37). In den nächsten sechs Wochen muss der britische Oberfeldwebel, der mit seiner Familie JHQ lebt, 120 000 britische Pfund aufbringen, sonst droht Jamie zu sterben.
Tumor im Bauch
Im April vergangenen Jahres kam Jamie ins Krankenhaus. Die Erzieherinnen im Kindergarten meinten, er sähe sehr blass aus, obwohl er keine Schmerzen hatte. In einem Viersener Krankenhaus entdeckten die Ärzte den Tumor im Bauch des Jungen. Sie hatten schon eine Ahnung, dass das ein ganz ungewöhnlicher Krebs sein könnte. In der Düsseldorfer Uniklinik folgte die Bestätigung: Jamie Inglis hat ein Neuroblastom in seinem Bauch, eine besonders aggressive Krebsart, an der jährlich in Deutschland nur rund 150 Kinder erkranken.
Die Spenden-Aktion
Internet: www.justgiving.com/jamie-appeal (englisch)
Telefon: Unter Tel. 02161 4723748 sind die Daten für ein deutsches Spendenkonto zu erfahren.
Aktion Am Samstag, 30. Januar, findet an der Feuerwache im JHQ eine Abseilaktion statt. Jeder kann sich unter Aufsicht Feuerturm abseilen und nach Möglichkeit dafür einen Sponsor erbringen. Es sollen 10 000 Euro zusammenkommen.
Seitdem lebt der Junge in der Düsseldorfer Uni-Klinik, eine Niere wurde ihm mit dem riesigen Tumor aus dem Bauch entfernt, er bekommt eine Chemo-Therapie nach der anderen gegen die Tumorzellen im Knochenmark und in den Oberschenkeln. Die letzte, es ist die mittlerweile die neunte, hat seine Haut angegriffen und das Immunsystem völlig zerstört. "Es ist, als bekämpfe man Feuer mit Feuer", sagt John Inglis. Er wirkt sehr gefasst, dankt inständig den Ärzten im Krankenhaus und hält in seinem muskulösen Arm seine vor fünf Monaten geborene Tochter Poppy.
Eine weitere Chemo-Therapie ist nicht möglich, sollte der Krebs noch einmal auftreten, gibt es keine Therapie mehr. Die einzige Methode, die seine Überlebenschancen zumindest steigert, ist eine neuartige Antikörper-Behandlung, die nur in einer Klinik in Philadelphia oder in New York (USA) angeboten wird. Davon erfuhren John und seine Frau Vicky (35) auf einem Neuroblastom-Kongress im November. Nur: Die Behandlung kostet 250 000 Pfund. Seitdem läuft beim britischen Militär eine Spendenaktion rund um den Erdball, Jamies Foto war auf den Titelseiten großer englischer Zeitungen abgedruckt.
134 000 Pfund kamen bislang zusammen. Doch das reicht nicht: Die Therapie wirkt nur, wenn sie spätestens Anfang April beginnt. Das Geld muss allerdings schon einige Wochen vorher da sein. Sonst wird mit der Behandlung gar nicht erst begonnen. Jamie kämpft auch gegen die Zeit.
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