Mönchengladbach: Jede dritte Straße ist kaputt
VON ANDREAS GRUHN - zuletzt aktualisiert: 16.11.2009Mönchengladbach (RPO). Rund ein Drittel der Gladbacher Straßen ist in einem kritischen Zustand. Das zeigt das aktuelle Straßenkataster der Stadt. 2010 werden mehr als sechs Millionen Euro investiert. Dann wird die Aachener Straße zur Großbaustelle.
Wer derzeit über die Aachener Straße fährt, muss sein Lenkrad gut festhalten. Die Erschütterungen, die der desolate Straßenbelag in Holt auslöst, reichen vom Reifen über die Achsen bis in die Arme des Fahrers hinein. 2010 ist damit jedoch Schluss: Die vielbefahrene Straße wird im kommenden Jahr zur Großbaustelle.
Es ist eines der größten Projekte im Straßenbau im kommenden Jahr. Das hat das Straßenkataster, das die Stadt Straßenmanagement nennt, festgelegt. Darin ist der Zustand des gesamten, 1450 Kilometer langen Gladbacher Straßennetzes festgehalten wird. Und dieser ist nicht besonders gut: Rund ein Drittel der Gladbacher Straßen sind nach Auskunft der Stadt in kritischem Zustand.
Das Kataster
Was Ein Programm, das mit sämtlichen Straßendaten Gladbachs gefüttert wird und daraus eine Dringlichkeitsliste der anfallenden Straßenarbeiten erstellt.
Wie Jedes Gladbacher Straßenstück wird alle vier Wochen von Mitarbeitern kontrolliert. Der Zustand wird in das Kataster eingetragen.
Warum Bislang wurde das Geld zur Straßensanierung nach dem Gießkannenprinzip verteilt. Die Bezirke machten Vorschläge.
Millionen gegen die Buckelpisten
Deshalb hat die Stadt den Haushaltsposten für dringende Straßenerneuerungen auch verdoppelt. 2010 sollen drei Millionen Euro für die Sanierung der Buckelpisten ausgegeben werden. Dem muss nur noch der Rat in seinen Haushaltsberatungen zustimmen. Die Stadt ist verpflichtet, die Straßen stets auf ihre Sicherheit zu überprüfen.
"Dank unseres modernen Katasters sind wir in der Lage zu bestimmen, welche Straßen vorrangig saniert werden müssen", sagt Stadtsprecher Wolfgang Speen. Nach einer Prioritätenliste werden Gladbachs Straßen nun abgearbeitet. Zehn Straßen werden im Laufe des kommenden Jahres im großen Stil saniert. Die größte wird die Baustelle an der Aachener Straße in Holt sein, wo zudem noch die Kanalisation erneuert wird.
Am kommenden Wochenende beginnt die Ausschreibung für die gesamte Auftragspalette. Ein Unternehmen wird dann alle Straßenbauarbeiten übernehmen. Hinzu kommen noch etliche Kleinstbaustellen mit veranschlagten Kosten von unter 10 000 Euro.
Dazu kommen noch einmal rund 3,5 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II von Bund und Land, mit denen Hauptverkehrsstraßen mit so genanntem Flüsterasphalt, der den Lärm mehr als halbieren soll, ausgestattet werden. Dazu gehören zum Beispiel die Theodor-Heuss-Straße, Teile der Gartenstraße, der Korschenbroicher Straße, der Aachener Straße (bis Hausnummer 250) und noch viele mehr. Das hat Folgen: Gladbachs Straßennetz wird 2010 zur Großbaustelle.
Doch die großangelegte Sanierung bringt der Stadt neben sichereren Straßen noch weitere Vorteile: Denn durch Flüsterasphalt, Sanierungsarbeiten und neuen Fahrbahnbelag steigt der Zeitwert des Gladbacher Straßennetzes. Der lag 2008 bei rund 464 Millionen Euro.
Um den zu erhalten, müsste die Stadt jährlich 22 Millionen Euro aufwenden – eine utopische Summe. Aber: Immerhin werden Gladbachs Straßen im kommenden Jahr mit mehr als sechs Millionen Euro saniert oder aufgewertet. 2008 waren es noch 1,6 Millionen.
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