Mönchengladbach: Jetzt steigt das Grundwasser
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 31.05.2008Mönchengladbach (RPO). Das verheerende Unwetter hat Millionenschäden verursacht und wird noch weitreichende Folgen haben, sagt die Feuerwehr. Denn mit dem ablaufenden Regenwasser steigt der Grundwasserpegel.
Gestern Morgen, 24 Stunden nach dem sintflutartigen Regen- und Hagelschauer, war die Feuerwehr immer noch damit beschäftigt, voll gelaufene Keller und Erdgeschosswohnungen auszupumpen. „Der Schaden ist gewaltig“, sagt Frank Nießen, Sprecher der Berufsfeuerwehr.
Im gesamten Stadtgebiet sah man gestern die Folgen des Unwetters. An den Straßenrändern standen verschlammte Waschmaschinen, Regale und Kühlschränke aus Kellern, die innerhalb weniger Minuten überflutet worden waren und nun unbrauchbar sind. Hunderte Hausbesitzer sind betroffen. Die wenigsten haben eine Elementarversicherung.
Das Unwetter
Feuerwehreinsätze über 700
Polizeieinsätze knapp 300
Wassermengen Am Unwettertag fiel innerhalb von 40 Minuten so viel Niederschlag wie normalerweise in einem kompletten Monat.
Hochwasser Der Pegel der Niers übertraf das Hochwasser nach dem Starkregen im August 2007 deutlich
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Teilweise hatte das Wasser bis zu zwei Meter hoch gestanden. Um die Massen zu bewältigen, reichten die Pumpen der Feuerwehr alleine nicht aus. Das Technische Hilfswerk half bis 4.30 Uhr mit. Einer der letzten Einsatzorte war ein neu entstandener See in Lürrip. Dort wurde eine vollgelaufene Wiese am S-Bahnhof mit 9000 Litern pro Minute abgepumpt, weil das Wasser in die angrenzenden Häuser zu laufen drohte.
„Bis alle Schäden beseitigt sind wird es Wochen dauern“, sagt Wolfgang Speen, Leiter der städtischen Pressestelle. An der Bachstraße klafft ein riesiges Loch. Die Straße Kampshof wurde auf einer Länge von 250 Metern unterhöhlt und nach oben gedrückt.
An der Talstraße waren am Unwettertag Gehwegplatten bis zu 300 Meter weit weggespült worden. Die Baustelle der Montessori-Grundschule steht komplett unter Wasser. Dort kann vorerst nicht weitergearbeitet werden. „Alleine hier entstand ein Schaden von 30 000 Euro“, sagt Speen.
Gleich ein ganzer Trupp von Verwaltungsmitarbeitern war gestern unterwegs, um eine komplette Schadensliste zu erstellen. Erst am Montag wird eine erste Übersicht erwartet. Beziffern kann den Schaden noch niemand. Denn außer den derzeit sichtbaren Verwüstungen werden noch Folgeschäden erwartet. „Zurzeit steigt das Grundwasser“, erklärt Frank Nießen.
„Überschreitet der Pegel Kellerbodenhöhe, kann das Wasser durch winzige Risse eindringen. Das kann vor allem bei älteren Gebäuden der Fall sein, solchen, die beim Erdbeben 1992 beschädigt wurden, ohne dass es jemand merkte.“
Die GEM hat gestern schon damit begonnen, Sperrmüll abzuholen und will den Wasser-Opfern auch weiter helfen: Wer sich bei der Entsorgungsfirma meldet, bekommt einen zeitnahen Termin und muss nicht wie üblich ein paar Wochen warten.
Im Vitus-Center, in dem eine Decke, eingestürzt war, haben Geschäftsleute, Reinigungskräfte und Sicherheitskräfte die ganze Nacht durchgearbeitet. So konnte der Betrieb gestern wieder aufgenommen werden – wenn auch mit kleinen Einschränkungen.
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