Mönchengladbach: JU findet Bernd Gothe parteischädigend
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 24.06.2009Mönchengladbach (RPO). Scharfes Geschütz fährt die Junge Union gegen Karnevalsboss Bernd Gothe auf. Sie wirft dem CDU-Mitglied in einer Erklärung vor, zum wiederholten Male "gegen die elementarsten Grundpflichten eines jeden Parteimitglieds zu verstoßen". Auslöser für den Streit ist Gothes Bemerkung, der Karnevalswagen der Jungen Union sei wegen des Alkoholkonsums kein Vorbild für die Jugend gewesen.
Gothe untermauerte diesen Eindruck am Dienstag gegenüber der RP mit Bildmaterial. Tatsächlich geht es bei dem Streit um mehr als ein paar Flaschen Bier. In der CDU haben manche Gothe bis heute nicht verziehen, dass er sich im Wahlkampf 2004 für Norbert Bude (SPD) als Oberbürgermeister aussprach und seither mehrfach öffentlich sagte, Bude mache seinen Job gut.
Die JU fühlt sich von Bernd Gothe diffamiert und kündigt an, Konsequenzen zu ziehen. Der Wagen sei einer der wenigen gewesen, auf denen kein hochprozentiger Alkohol ausgeschüttet wurde. Außerdem habe man ein Fass dabei gehabt und – wie nun von Gothe für alle Zugteilnehmer gefordert – das Bier aus Pappbechern getrunken. Gothes Behauptung sei willkürlich und sachgemäß.
Das sieht der Karnevalsboss anders. Bei der jüngsten Mitgliederversammlung habe man sich ganz neutral den Film vom letzten Veilchendienstagszug angeschaut. "Dabei ist uns der Wagen der Jungen Union aufgefallen", sagt Gothe. Dort sind Feiernde mit Bierflaschen zu sehen. "Wenn das eine Momentaufnahme gewesen sein sollte und die Junge Union ansonsten um die Einschränkung des Alkoholkonsums bemüht war, freut uns das sehr", so Gothe. Die Junge Union droht damit, auf die Teilnahme am Zug zu verzichten.
Das fände Gothe schade und erklärt, er stehe jederzeit zu einem Gespräch zur Verfügung. Martin Heinen, stellvertretender JU-Vorsitzender, hat offenbar wenig Verlangen, mit Gothe zu diskutieren – zumindest über Politik. "Es scheint für das Oberhaupt des Karnevals schwer zu sein, außerhalb einer Session nicht im Mittelpunkt der öffentlichen Wahrnehmung zu stehen. Dennoch hielten wir es für wünschenswert, wenn sich Herr Gothe bei öffentlichen Meinungsäußerungen in Zukunft auf sein Spezialgebiet – den Karneval – beschränkt", schreibt Heinen in einer Pressemitteilung.
Gothe kündigte gegenüber der RP an, er werde im bevorstehenden Wahlkampf keinen der OB-Kandidaten öffentlich unterstützen. Er stehe nach wie vor dazu, dass Norbert Bude 2004 der bessere Kandidat war. "Auch damals bin ich nicht über die Straße gelaufen und habe Plakate für Bude geklebt", so Gothe. Wen er diesmal wähle, würde er allenfalls seinen Freunden sagen.
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