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Mönchengladbach: Jugendliche bestreiten Mord-Absicht

VON INGRID KRÜGER - zuletzt aktualisiert: 04.12.2008

Mönchengladbach (RPO). Im Friedhofsmord-Prozess, der unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet, haben am Mittwoch vor allem Familienmitglieder der vier Jugendlichen vor dem Mönchengladbacher Landgericht ausgesagt.

Der Bundesgerichtshof hat die Rechte von Autoherstellern gestärkt. Foto: ddp, ddp

In den Geständnissen der 15 und 16 Jahre alten Angeklagten, die wegen heimtückischen Mordes aus Habgier vor Gericht stehen, taucht immer wieder deren Tatversion auf: „Abziehen wollten wir, ein Fahrzeug erpressen, aber niemanden töten.“ Tatsächlich wirft die Staatsanwältin den beiden Brüdern und den zwei Mädchen vor, am 20. März auf dem Friedhofs-Parkplatz in Hückelhoven-Schaufenberg einen älteren Autofahrer überfallen und mit zwei Messerstichen getötet zu haben. Nach dem Verbrechen fuhr das Quartett mit dem Fahrzeug des Opfers davon.

Zu Prozessbeginn hatte sich der 16-jährige Hückelhovener als Haupttäter zu erkennen gegeben. Offensichtlich war er es, der die tödlichen Messerstiche ausführte. Aber das sei ohne Wissen der Mitangeklagten geschehen. Er habe das Messer mitgebracht. Eigentlich sei man nur von einem Autoraub ausgegangen. Der 16-Jährige konnte letztlich nicht erklären, wie es zu der schrecklichen Tat gekommen war. „Plötzlich steckte das Messer in ihm“, erinnerte sich der Hückelhovener im Gerichtssaal.

Dass das Quartett aus schwierigen familiären Verhältnissen stammt und teilweise mehrere Heimaufenthalte hinter sich hat, war bereits an den ersten Prozesstagen bekannt geworden. Dabei hatten sich die Jugendlichen vereinzelt durchaus kritisch über ihre Eltern geäußert. So hatte ein 15-jähriges Mädchen sinngemäß erklärt: „Mit Alkohol will ich nichts zu tun haben, weil ich nicht wie meine Mutter werden will.“ Offenbar hatten die Angeklagten zunächst daran gedacht, sich das begehrte Auto „für das neue Leben in Spanien“ vom Vater der Brüder oder von deren Großmutter „zu beschaffen.“ Später verwarfen die vier diese Idee und entschieden sich für den Friedhof als Tatort.

Ein paar Tage vor der Tat hatten sich die vier in der Wohnung des abwesenden Vaters der Brüder in Hückelhoven aufgehalten. Einer der Söhne soll die Wohnung aufgebrochen und die anderen drei hereingelassen haben. Aber am Ende war es mit dem Traum vom „neuen Leben in Spanien“ schnell vorbei. Zwei Tage nach dem Verbrechen endete die Flucht des Quartetts in Paris.

Quelle: RP

 
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