Mönchengladbach: Jung, dreist, kriminell
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 15.07.2010Mönchengladbach (RPO). Die Polizei hat den Sexualtäter erwischt, der in Rheindahlen mindestens zehn Mädchen aufgelauert haben soll. Er ist erst zwölf Jahre alt, geständig und seit gestern wieder bei seinen Eltern. Der Junge ist nicht das erste Kind in der Stadt, das strafauffällig wurde.
Der Fall ist geklärt: Die Kriminalpolizei hat den Serientäter erwischt, der in Rheindahlen reihenweise Mädchen sexuell belästigte. Die Beschreibungen der Opfer und Hinweise von Zeugen führten die Ermittler zur Hardter Straße in Rheindahlen. Was selbst die Ermittler überraschte: Der dringend Tatverdächtige ist erst zwölf Jahre alt.
Aufgelauert und angefasst
Mittlerweile ist bekannt, dass der Junge zehn Mädchen und junge Frauen im Alter von 14 bis 18 Jahren belästigte. Die Beamten schließen nicht aus, dass es noch mehr Geschädigte gibt. Sieben Opfer hatten sich erst an die Polizei gewandt, nachdem die Serie von sexuellen Übergriffen in der Öffentlichkeit bekannt gemacht worden war. Da der Junge vor Gericht nicht belangt werden kann, wurde er gestern nach seiner Anhörung, bei der er die Taten gestand, in die Obhut seiner Eltern übergeben.
Der Zwölfjährige ist nicht der erste ermittelte Kindertäter. Anfang des Monats nahm die Polizei einen 16-Jährigen und dessen 14 Jahre alten Bruder fest, nachdem beide einen jungen Rollstuhlfahrer überfallen hatten. Die Jungen sind bereits einschlägig bekannt. Sie raubten, schlugen und bedrohten gleich in Serie. Nach der letzten Tat erging gegen beide Haftbefehl. Der 16-Jährige sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft, sein Bruder ist in einer Jugendeinrichtung untergebracht.
Zehn und elf Jahre alt sind die Täter, die im Juni eine behinderte Frau an der Friedhofstraße in Rheydt überfielen. Beide Jungen sind ebenfalls bekannt. Die Kinder und ihre Familien werden vom Jugendamt intensiv betreut. Die beiden 15-Jährigen, die im vergangenen Jahr von der Polizei erwischt wurden, hatten sogar mehr auf dem Kerbholz als mancher Gefängnisinsasse. Zusammen mit einem 13-Jährigen sorgten sie im Stadtteil Neuwerk monatelang für Unruhe. Die Kindergang war schon berüchtigt. Sie nahm andere Kinder aus, erpresste sie und oft flogen auch die Fäuste. Als die Polizei sich damals einen der 15-Jährigen greifen wollte, fanden sie ihn nicht in der Schule, wo er hingehörte, sondern beim Klauen in einem Kaufhaus. Das Jugendamt zog die Konsequenzen. Zwei der Kinder wurden aus ihren Familien genommen. Seitdem ist Ruhe.
Auch im aktuellen Fall wird das Jugendamt mit der Familie sprechen. "Wir stehen im engen Kontakt mit dem Jugendkommissariat", sagt Stadtsprecher Dirk Rütten. Der Zwölfjährige wohnt erst seit kurzem in Rheindahlen und ist bisher nicht aufgefallen.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.



