Mönchengladbach: Junge Leute lernen gute Manieren
VON ELFI VOMBERG - zuletzt aktualisiert: 14.06.2010Mönchengladbach (RPO). Ein richtiger Handschlag darf nicht zu fest, aber auch nicht zu lasch sein. Einen Teller abzulecken, ist nicht erlaubt. Und Schmatzen und Schlürfen schon einmal gar nicht. Sieben Kinder lernten bei einem Kniggekursus gute Manieren. Trainerin Monika Scherbaum gab viele Tipps.
Die Tafel ist feierlich gedeckt: Messer, Gabel und Löffel liegen an der richtigen Stelle, die Servietten sind schön gefaltet, und es geht an die Vorspeise. Pia Kessels setzt sich eine Handbreit vom Tisch entfernt hin, faltet die Serviette auseinander und legt sie auf ihren Schoß. Und schon macht die Schülerin den ersten Fehler. Monika Scherbaum greift ein: "Die Serviette ist doch keine Schürze." Die Umgangsformen-Trainerin macht es vor: Serviette in der Mitte falten und mit der Öffnung zum Körper auf den Schoß legen.
Kniggekurs in der VHS
Sieben Schüler nahmen am Wochenende beim Kniggekurs der Volkshochschule im Haus Berggarten einige Extra-Lektionen in Benehmen und Manieren. Aber nicht, weil sie sonst im Alltag so ungehobelt sind – "Nein, aber so ein Kurs kann auch nichts schaden. Bei manchen Dingen bin ich noch unsicher, wie ich mich verhalten soll", erklärt der elfjährige David.
"Was macht ihr denn, wenn nur noch ein Rest Suppe im Teller übrig ist?", fragt Scherbaum. "Na bestimmt nicht den Teller an den Mund ansetzen und ausschlürfen", stellt David lachend fest. Das ist richtig. Die Expertin für gute Manieren macht es vor: Mit zwei Fingern den Teller leicht heben und auslöffeln.
Oberste Regel bei allem rund um die Tafel: "Leise. Man isst ganz geräuschlos. Kein Schmatzen, Schlürfen und nicht mit dem Besteck klappern", erklärt Monika Scherbaum. Benutztes Besteck darf nicht auf die Tischdecke gelegt werden, und Messer und Gabel stützt man nicht am Tellerrand auf. Fein zu tafeln scheint gar nicht so leicht zu sein. Die nächsten Lektionen: Verhalten am Buffet, Familienfeiern, Sektempfang und eine kleine Rede halten. "Schüler erleben sehr oft Situationen, bei denen sie unsicher sind und nicht wissen, wie sie sich korrekt verhalten sollen", erklärt die Kompetenztrainerin und ergänzt: "Durch die Beherrschung von guten Umgangsformen kann man Situationen des täglichen Lebens souverän meistern und peinliche Fettnäpfchen vermeiden."
Dass Höflichkeit und gute Manieren Spaß machen können, das lernen die Kinder des Knigge-Kurses direkt zu Beginn beim Kapitel Begrüßungsregeln. Den richtigen Handschlag üben. Bloß nicht zu fest, aber nicht zu lasch. "Ein guter Händedruck verstärkt den positiven Eindruck", so Monika Scherbaum. "Ich dachte, dass meine Lehrer eigentlich wissen müssten, was sich gehört, aber heute habe ich gelernt, dass sogar unsere Lehrer manchmal so einen Knigge-Kurs gebrauchen könnten", sagt Pia.
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