Mönchengladbach: Kaputte Gehwege: Stadt gehen Warnschilder aus
VON ANDREAS GRUHN - zuletzt aktualisiert: 18.01.2010Mönchengladbach (RPO). Weil der Frost flächendeckend die Gehwege in Stolperfallen verwandelt hat und Reparaturen erst nach dem Winter möglich sind, stellt die Stadt derzeit überall Warnschilder auf. Und das sind so viele, dass sie schon nachbestellt werden müssen. Das Tauwetter der vergangenen Tage hat nicht nur auf den Straßen für böse Überraschungen gesorgt.
Denn so langsam wird erst das Ausmaß der Schäden sichtbar, für die der Frost gesorgt hat. Nun sind auch die Gehwege in der Stadt massiv davon betroffen. Die Gehwegplatten hoben sich durch den Frost im Boden an und wurden so zu gefährlichen Stolperfallen. Das Problem: Dabei wird es auch erst einmal bleiben.
Keine Kosten für Anlieger
An hunderten Stellen in der ganzen Stadt hat der strenge Winter schon jetzt die Gehwege beschädigt. Repariert werden können sie – vorerst – nicht. Deshalb stellt die Stadt Schilder auf, die vor den Stolperfallen warnen. Täglich sind es zwischen 50 und 70 Schilder, die der Bauhof neu aufstellt. Der Vorrat an 500 dieser Warntafeln ist nun aufgebraucht – das gab es noch nie.
Weil Bürger aber weiter pausenlos neue Schäden melden, hat die Stadt reagiert und 200 neue Schilder bestellt. "Von anderen Kommunen können wir sie nicht ausleihen. Denn die haben ja das gleiche Problem", sagt Stadtsprecher Wolfgang Speen. "In diesem Jahr ist das Problem extrem."
Die Schäden werden erst repariert, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist. Zuständig dafür ist die Stadt, auf Anlieger kommen nach Auskunft der Stadt keine Kosten zu. Wie viele Gehwege zu reparieren sind, ist noch nicht abzusehen. "Wenn der Boden wieder auftaut, setzen sich die Platten zum Großteil wieder runter", sagt Speen.
Bei Frost dehnt sich Feuchtigkeit im Boden aus, hebt das Erdreich an und drückt damit Platten im Gehweg nach oben. Geht der Frost zurück, senkt sich der Boden wieder und damit in den meisten Fällen auch die Steinplatten. Anders als bei Schlaglöchern im Straßenbelag, die der Frost ebenfalls flächendeckend in der Stadt hinterlassen hat, ist der Schaden also nicht permanent.
Gehwege, die auch dann noch kaputt sind, müssen allerdings repariert werden. Und welche das sind, das erfassen in den kommenden Wochen die Straßenbegeher der Stadt, die auch die Schäden im Straßenbelag ins Kataster eintragen. Bereits jetzt ist klar: Die Begeher dürften in den kommenden Wochen viel zu tun haben.
Für die Reparaturen sind im städtischen Haushalt im Topf Straßenunterhaltung 620 000 Euro eingestellt. Ob mit dieser Summe auch alle Frostschäden behoben werden können, ist noch unklar. Vorerst müssen sich Fußgänger wie Autofahrer eben darauf einstellen, Stolperfallen und Schlaglöcher zu umkurven. Die Stadt richtete gestern den Appell an die Bürger, vorsichtig zu sein.
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