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Mönchengladbach: Karneval frei – doch dafür gibt es keinen Betriebsausflug

VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 23.12.2009

Mönchengladbach (RPO). Eine heftige Diskussion ist um die zweieinhalb karnevalistischen Feiertage der städtischen Beamten entbrannt. RP-Leser diskutierten Dienstag kontrovers im Forum von RP-Online.

Erich Oberem will, dass künftig viele Bürger Reinigungspflichten übernehmen. Foto: Isabella Raupold

FWG-Chef und Verwaltungsexperte Erich Oberem würde an anderer Stelle sparen, Kämmereileiter Siegfried Acker meint, dass die Diskussion angesichts der desolaten Haushaltssituation durchaus statthaft ist: "Da muss man an jeden Posten ran."

Ihm würde es schwer fallen, an den Freizeiten des Personals zu kratzen, um so einen Teil des städtischen Schuldenberges abzubauen. "Damit würde man doch immer die Falschen treffen", sagt Erich Oberem. "Es gibt bei der Stadt wie überall Fleißige und Faule." Der FWG-Chef würde an anderen Stellen anfangen zu sparen. "Beispielweise würde ich aufhören, teure Totenhallen oder Dreifachsporthallen zu bauen", sagt er. Oder er würde die Aufwandsentschädigungen der Kommunalpolitiker kürzen. "Das habe ich im Stadtrat beantragt, fand aber keine Mehrheit, weil wir damit angeblich das Gesetz brechen würden."

Oberem äußerte sich gestern zu der Idee, den städtischen Beamten nicht wie bisher zweieinhalb Tage im Karneval freizugeben. "Wenn die an den Tagen arbeiten müssten, würden sie doch nichts tun. Dabei käme nichts heraus", meint er. Im Übrigen seien die jecken Freizeiten nicht zusätzlich eingerichtet worden. "Dafür wurde der Tag für den Betriebsausflug gestrichen", erinnert er sich.

Das sagt auch Kämmereileiter Siegfried Acker. Und er kennt die Geschichte der freien Karnevalstage. "Vor der kommunalen Neuordnung hatten die Rheydter Beamten den Rosenmontag für die Rathauserstürmung frei, und in Gladbach war es der Veilchendienstag." Erst in den frühen 80-er Jahren, also Jahre nach dem Städtezusammenschluss, habe man allen städtischen Beamten beide Tage freigegeben. "Aber dafür wurde halt der Betriebsausflug gestrichen."

Als Kämmereileiter hat er jedoch keine Berührungsängste, wenn es um die Reduzierung der städtischen Schulden geht. " Aber es geht dabei auch immer um die Frage der Abwägung und der Interessenvertretung." Vieles sei vorstellbar, aber nicht alles machbar. Aber Acker weiß, dass andere verschuldete Kommunen ausgesprochen rigoros vorgehen, um jede Einsparmöglichkeit zu nutzen. "Es gibt schon einige Städte, die über die Feiertage die komplette Verwaltung in Urlaub schicken", sagt er. "Da spart die Stadt nicht nur Personalkosten, sondern auch Betriebskosten."

Quelle: RP

 
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