Mönchengladbach: Karneval: Weniger Sitzungen
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 19.09.2008Mönchengladbach (RPO). Um Absagen und leere Kassen zu vermeiden, wird es in Mönchengladbach schon in der kommenden Session spürbar weniger Veranstaltungen als bislang geben. Die 46 Karnevalsgesellschaften werden dafür enger zusammenarbeiten und teilweise gemeinsam Sitzungen anbieten.
Das wurde bei einer Sitzung verabredet, zu der Bernd Gothe, Vorsitzender des Mönchengladbacher Karnevalsverbandes, die Präsidenten und Vorsitzenden aller Gesellschaften eingeladen hatte.
„Die Erkenntnis, dass es so nicht weiter gehen kann, hat sich durchgesetzt“, sagt Gothe. Ein eigens gebildeter Ausschuss wird in den kommenden Wochen die Zusammenarbeit in verschiedenen Stadtteilen auf den Weg bringen. Erste Ergebnisse gab es schon bei der Sitzung. „Da stellten die einen, die zu wenig Mädchen in ihrer Tanzgruppe haben, fest, dass die anderen zwei Kilometer weiter dasselbe Problem haben“, so Gothe. Nun kooperieren die beiden Gesellschaften. Viele Karnevalsgesellschaften hätten bislang die Verantwortlichen aus der unmittelbaren Nachbarschaft nicht einmal gekannt.
Um die Frage der Zusammenarbeit gab es lange Diskussionen. Alt-Karnevalist Heinz-Willi Nellessen findet die Kooperationen notwendig. „Das alte Honschaftsdenken muss aufhören“, sagt er. Es reiche aber nicht, die Amtsinhaber zu überzeugen. Wenn gemeinsame Veranstaltungen angeboten werden, müssten schließlich die Zuschauer überzeugt werden, in die Nachbarschaft zu fahren. „Das wird nicht einfach“, glaubt Nellessen.
Vorerst vom Tisch sind Fusionen der Gesellschaften. Sie sollen ihre Eigenständigkeit behalten. „Es kann aber nicht jeder mehrere Damen- und Herrensitzungen stemmen“, sagt Gothe. Er rief die Amtsinhaber auf, für mehr Eigenarbeit zu sorgen. Der Rheydter Blumenkorso hätte am vergangenen Wochenende bewiesen, was möglich ist, wenn sich Bürger gemeinsam für eine Sache engagieren.
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