Mönchengladbach: Kassiererin zeigt Aldi wegen Nötigung an
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 18.05.2010Mönchengladbach (RPO). Weil sie sich weigerte, an einem Samstag deutlich länger zu arbeiten als ursprünglich vereinbart, soll eine Mitarbeiterin einer Aldi-Filiale in Eicken offenbar massiv unter Druck gesetzt worden sein.
Die alleinerziehende Mutter hatte ihre Weigerung, Überstunden zu machen, damit begründet, dass sie über die vereinbarte Arbeitszeit hinaus keine Betreuung für ihre beiden Kinder habe.
Daraufhin soll der Aldi-Bezirksleiter die Verkäuferin gemeinsam mit dem Leiter der Eickener Filiale dazu genötigt haben, entweder einen Aufhebungsvertrag oder aber eine Eigenkündigung zu unterschreiben. Die Mitarbeiterin weigerte sich und ging statt dessen zur Polizei und erstattete Anzeige gegen ihren Arbeitgeber. Der schickte ihr daraufhin prompt die Kündigung.
Die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach ermittelt deshalb offenbar gegen leitende Mitarbeiter des Lebensmitteldiscounters Aldi- Süd wegen des Verdachts der Nötigung. Die Vorwürfe richten sich nach Informationen der "Aktuellen Stunde" des Westdeutschen Rundfunks unter anderem gegen einen Bezirksleiter des Discounters. Dies hat Peter Aldenhoff, Oberstaatsanwalt in Mönchengladbach, dem WDR bestätigt.
"Die Ermittlungen dauern dereit an", sagte Aldenhoff am Montag auf Nachfrage unserer Redaktion. "Ich warte auf die Stellungnahmen der Verteidiger." Erst dann könne er mehr zu dem Fall sagen.
Offenbar hat die Aldi-Bezirksleitung die Vorwürfe der Verkäuferin als haltlos und unwahr bezeichnet. Niemand habe Druck auf sie ausgeübt. Dagegen steht die Aussage der Verkäuferin. Sie sagte gestern in der "Aktuellen Stunde", man habe ihr regelrecht gedroht. Vor einigen Wochen hatte der Westdeutsche Rundfunk bereits über massive Vorwürfe gegen Aldi-Nord berichtet.
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