Mönchengladbach: Kein Geld für Pahlkebad
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 23.10.2008Mönchengladbach (RPO). Mehr als fünf Millionen Euro fehlen für die Sanierung des Rheydter Stadtbades. Niemand weiß derzeit, woher das Geld kommen soll. Es bleibt vermutlich nur ein Weg: Drei kleine Bäder müssen schließen.
Die Wasserfläche
Gladbachs Bäder bieten 3670 Quadratmeter Wasserfläche
Vitusbad 1580 Quadratmeter
Pahlkebad 550, aber derzeit geschlossen
Wickrath 600 (Halle)
Rheindahlen 469
Odenkirchen 133
Schulbad Hardt 106
Schulbad Morr 106
Freibäder Volksgarten und Wickrath haben einen Freibad-Bereich
Die Sanierung des Pahlkebades steht auf der Kippe. Mehr als fünf Millionen Euro fehlen Kämmerer Bernd Kuckels derzeit noch, um die Bezirksregierung von diesem mehr als sieben Millionen Euro teuren Umbau zu überzeugen. Kuckels hat lediglich rund 1,9 Millionen Euro in den Etat für das Jahr 2009 einstellen können. Und er hat auch keinen weiteren Spielraum mehr: Weil die Stadt 1,1 Milliarden Euro Schulden hat, lässt die Kommunalaufsicht in Düsseldorf ihm keinen Spielraum mehr. Sie sagt: Wenn Mönchengladbach das Rheydter Stadtbad so wichtig ist, dann muss an anderer Stelle eingespart werden, was an der Pahlkestraße mehr ausgegeben wird. Den gordischen Knoten sollen jetzt die Politiker durchschlagen.
Kritik an SPD
Aber da tut sich ein breiter Graben auf. CDU und FDP, die nicht für die Sanierung des Bades waren und einem betriebswirtschaftlichen Neubau den Vorzug gaben, sehen sich in die Rolle gedrängt, die Kohlen aus dem Feuer zu holen. „Ich erwarte, dass sich die SPD Gedanken darüber macht, wie sie die Deckungslücke von mehr als fünf Millionen Euro finanzieren will. Aber aus der Ecke hört man nichts“, schimpft CDU-Fraktionschef Rolf Besten. In dieses Horn stößt der FDP-Fraktionsvorsitzende Dr. Anno Jansen-Winkeln: „Da sind SPD und der Oberbürgermeister ebenfalls in der Pflicht. Wer das alte Pahlkebad haben wollte, muss nun erklären, welche anderen Projekte in der Stadt gestrichen werden.“
Zum Hintergrund: Als CDU und FDP ihre Neubaupläne vorlegten, konterte die SPD mit dem Antrag, das 1969 gebaute Stadtbad unter Denkmalschutz zu stellen. Während die Kosten für Neubau- oder Sanierung gar nicht so weit auseinanderliegen, hätte ein abgespecktes neues Funktionsbad pro Jahr 300 000 Euro weniger Betriebskosten als das Stadtbad verursacht. Doch das Rheinische Amt für Denkmalpflege erklärte das Pahlkebad zum Denkmal. Außerdem war der öffentliche Druck, das Pahlkebad unbedingt zu sanieren, so groß, dass CDU und FDP am Ende notgedrungen auf die Linie von SPD, Grüne und FWG einschwenkten.
Die Not ist groß. Denn das Argument, die bis zur Wiedereröffnung 2010 eingesparten Betriebskosten könnten in die Finanzierung einfließen, zieht in Düsseldorf nicht. Derzeit ist auch nicht klar, ob die errechneten 7,2 Millionen Euro Sanierungskosten der Weisheit letzter Schluss sind: Denn das Pahlkebad ist ein so genannter Betrieb gewerblicher Art, und da fallen Steuern an.
Einen Rettungsring gibt es. Kämmerer Bernd Kuckels muss die Bezirksregierung davon überzeugen, dass die Stadt Wasserfläche verringert und drei Mini-Bäder für ein saniertes Pahlkebad opfert: Das wäre das Aus für die Stadtteilbäder Hardt, Odenkirchen und Morr.
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