Mönchengladbach: KG "De Leckere Jecke"
VON RITA ROMMERSKIRCHEN - zuletzt aktualisiert: 29.01.2010Mönchengladbach (RPO). Seit 2004 gibt es in Mönchengladbach die erste schwul-lesbische Karnevalsgesellschaft. Auch außerhalb des Karnevals sind die "Jecken" aktiv und gestalten zum Beispiel den Rheydter Blumenkorso mit.
Rheydt Die KG "De Leckere Jecke" ist eine bunte Karnevalsgesellschaft, nicht allein wegen des Regenbogens, der am Revers der Vereinsuniform prangt. Vor fast sechs Jahren gründete sich die erste schwul-lesbische Karnevalsgesellschaft Mönchengladbach und ist mittlerweile nicht mehr aus dem Karneval wegzudenken.
Aktiv beim Veilchendienstagszug
Seit 2009 sind die "Leckere Jecke" Mitglied im MKV und pflegen den Kontakt zu anderen Gesellschaften. "Uns ist es wichtig, präsent zu sein, auch bei anderen Gesellschaften. Wir wollen ja aktiv am Karneval teilnehmen", sagt der zweite Vorsitzende der Leckeren Jecken, Paul Breuer. Auch dieses Jahr werden sie wieder beim Veilchendienstagszug als Fußgruppe mitziehen und auch – wie schon in den Vorjahren – ihr eigenes Karnevalsmotto, angelehnt an das des MKV, präsentieren.
War es im letzten Jahr noch "Summ, summ, summ, wir summen andersrum", stellen die Jecken dieses Jahr das vorgegebene Motto ein wenig in Frage: "Klamotte maake Lüüt? – Op et Hätz kütt es aan!" Schließlich werben sie für mehr Toleranz und Akzeptanz in der Gesellschaft. Aber auch außerhalb des Karnevals sind die Leckeren Jecken ziemlich aktiv: neben verschiedenen Aktionen innerhalb des Vereins, so wird es zum Beispiel im Mai eine Grand-Prix Party geben, unterstützen sie vor allem den Blumenkorso in Rheydt, bei dem die Leckeren Jecken auch mitziehen.
"Ganz besonders stolz sind wir darauf, dass wir es im letzten Jahr in der Blumenwoche geschafft haben, an einem Tag über 1000 Euro in der Rheydter Innenstadt zu sammeln, um den Blumenkorso zu unterstützen", erzählt Breuer. Und nach Karneval sind weitere Aktionen geplant, um Geld für den Korso zu sammeln. "Das ist auch ein Zeichen für's Citymanagement. Wir haben gesagt, wir schaffen es, über 1000 Euro zu sammeln und das haben wir auch geschafft", sagt Oliver Martin, erster Beisitzer im Vorstand der Jecken. Besonders wichtig ist der Zusammenhalt bei den Leckeren Jecken. Auch wenn es natürlich Regeln und einen Ordensappell gibt: Das Wichtigste ist das lockere Zusammensein und die Tatsache, dass es den Verein gibt.
"Oft kommt es vor, dass Leute uns ansprechen und es toll finden, was wir machen und für Toleranz werben", sagt Susanne Fuchs. Sie ist eine der 15 weiblichen Mitglieder der Leckeren Jecken, und genau wie die anderen 14 nicht lesbisch. "Wir finden es schade, dass wir es bis jetzt noch nicht geschafft haben, die Lesben in Mönchengladbach zu erreichen", sagt Breuer. Doch vielleicht ändert sich auch das noch: Schließlich sind aus den anfänglich 21 Interessierten nun 54 Mitglieder geworden und eine eigene Männertanzgruppe "Die Lecker' Schnittchen", haben sie seit letztem Jahr auch.
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