Mönchengladbach: Kinder aus Karussell gerettet
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 29.04.2008Mönchengladbach (RPO). Die Feuerwehr hat gestern 13 Kinder und Jugendliche aus einer Kirmesgondel geborgen. Für rund 30 Minuten saßen die jungen Fahrgäste in fünf Metern Höhe fest. Ursache ist offenbar ein technischer Defekt.
Schrecksekunden auf der Giesenkirchener Frühjahrskirmes: 13 Kinder lassen sich gerade auf dem Fahrgeschäft „Shaker“ in ihren Sitzen bis in eine Höhe von sieben Metern katapultieren, als es plötzlich ein „komisches Geräusch“ gibt, wie Zeugen später erzählen. Offensichtlich durch einen technischen Defekt bleibt die Gondel, die sich eigentlich an zwei Metallarmen drehen soll, kurz vor 17 Uhr mitten in der Luft stehen.
Die Kinder sitzen in fünf Metern Höhe fest. Unter ihnen ist der elfjährige Stefano Totaro. „Einige haben geschrien“, sagt er später. Auch er habe Angst gehabt. „Der Mann von der Kirmes hat uns dann gesagt, dass der Strom ausgefallen ist. Er hat ein paar Schalter hoch und runter gedreht. Aber es hat sich immer noch nichts bewegt. Dann rief der Mann die Feuerwehr an“, berichtet Stefano.
Kirmes-Unfall in Rheydt
Unglück Im September 2002 wurden sieben Menschen schwer verletzt, weil zwei Gondeln der Achterbahn „Wilde Maus“ zusammenstießen.
Prozess Im Juli 2007 befasste sich das Rheydter Amtsgericht mit dem Fall. Laut Anklage sollte ein Bedienungsfehler Unfallursache sein.
Schmerzensgeld Das Verfahren wurde eingestellt. Die Versicherung hatte bereits gezahlt.
Die Leitstelle der Feuerwehr nimmt den Hilferuf um 16.53 Uhr entgegen, eine Minute später ist die Polizei alarmiert. Sie wird die Feuerwehr bei ihrem Einsatz unterstützen. Die Drehleiter wird durch die engen Gänge zwischen den Kirmesgeschäften zum „Shaker“ gefahren. Nach und nach werden die Kinder und Jugendlichen im Rettungskorb übernommen und sicher zu Boden gebracht. Wie Feuerwehreinsatzleiter Hans-Günter Spinnen mitteilte, kommen alle mit „einem kleinen Schrecken“ davon. Allerdings sind die Geretteten vom Regen ziemlich durchgeweicht, immerhin mussten sie in der offenen Kirmesgondel auf ihre Bergung warten.
30 Minuten dauert es, bis alle Kinder und Jugendlichen wieder sicher am Boden sind. Stefanos Mutter Ursula Totaro nimmt den Elfjährigen erleichtert in die Arme. „Ich wohne hier gleich am Kirmesplatz. Ich sah die Feuerwehrwagen, habe aber nicht gedacht, dass etwas mit meinem Sohn sein könnte. Schließlich hatte ich ihm kein Geld für die Kirmes gegeben“, berichtet sie. Dass Stefano einen älteren Freund getroffen hat, der ihn zu einer Fahrt im Shaker auffordert, wusste sie nicht. „Ich bin heilfroh, dass alles gut ausgegangen ist“, sagt Ulrike Totaro.
Das Fahrgeschäft „Shaker“ ist jetzt erst einmal außer Betrieb gesetzt. Nach der Rettungsaktion wurde der Einsatzort an Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungs- und Sicherheitsdienstes der Stadt übergeben. Das Karussell wurde stillgelegt und dem Betreiber der weitere Betrieb bis zur Feststellung der Ursache durch den TÜV untersagt.
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