Mönchengladbach: Kinder-Gang schlägt wieder zu
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 30.09.2009 - 21:00Mönchengladbach (RPO). Die Polizei hat die kriminellen Kinder aus Neuwerk erneut festgenommen. Diesmal sollen sie einen Zwölfjährigen erpresst haben. Erst vor wenigen Tagen waren die kleinen Gewalttäter aus ihren Familien genommen worden.
Sie sind erst 15 Jahre alt und haben doch mehr auf dem Kerbholz als mancher Gefängnisinsasse: Zwei Jungen, die zu der berüchtigten kriminellen Kinder-Clique in Neuwerk zählen, sind jetzt erneut von der Polizei aufgegriffen worden. Diesmal sollen sie einen zwölfjährigen Jungen aus Korschenbroich wochenlang erpresst haben. Wie die Polizei im Rhein-Kreis Neuss gestern mitteilte, hatte sich das junge Opfer vor zwei Tagen seiner Mutter anvertraut, nachdem er am Dienstag zum wiederholten Mal von den beidem 15-Jährigen bedroht worden war.
Seit Wochen Geld erpresst
Der Mutter gelang es, einen der beiden Jungen in der Unterführung am Bahnhof Korschenbroich zur Rede zu stellen. Sie informierte die Polizei. Und die fand nicht nur heraus, dass die 15-Jährigen bereits seit Wochen Geld von dem jungen Korschenbroicher erpressen. Sie trafen die beiden Tatverdächtigen auch auf gestohlenen Kleinkrafträdern. Damit nicht genug: Die Beamten fanden außerdem noch eine kleine Menge Rauschgift bei den Kindern. Das alleine reichte schon für eine vorläufige Festnahme.
Junge Straftäter
2008 wurden 531 tatverdächtige Kinder und 1276 Jugendliche ermittelt.
Rund 20 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren werden auf der Liste der Jugendlichen Intensivtäter (JIT) geführt.
Etwa 30 Prozent erhalten nach dem Programm JIT eine positive Prognose.
Mehr zum Thema im Internet unter www.rp-online.de/moenchengladbach
Doch die beiden 15-Jährigen haben auch noch eine unrühmliche Vorgeschichte. Zusammen mit einem 13-Jährigen hatten sie monatelang im Stadtteil Neuwerk für Unruhe gesorgt. Die Kinder-Gang ist bei der Polizei bekannt, weil sie jede Menge Straftaten begeht. Die Jungen schlagen, bedrohen und rauben. Immer und immer wieder. Als einer der beiden 15-Jährigen schließlich am 17. September einen Jungen an einer Bushaltestelle mit einem Faustschlag traktiert und ihm dann gewaltsam das Schoko-Ticket entreißt, ist für die Polizei das Fass übergelaufen. Sie wollen sich den Jungen vorknöpfen. Doch der ist nicht in der Schule, wo er sein sollte. Nein, die Beamten erwischen ihn beim Diebstahl an der Hindenburgstraße.
Das Jugendamt, das die Kinder und ihre Familien seit längerem betreut, handelt: Zwei Kinder werden aus ihren Familien genommen. Eine Junge kommt zu seiner Oma, ein anderer wird in die pädagogische Ambulanz nach Büttgen eingeliefert. Das ist erst wenige Tage her. Und doch wurden die Kinder erneut kriminell. "Sie sind anscheinend nicht zu stoppen", sagt Mönchengladbachs Polizeisprecher Willy Theveßen. Die Liste ihrer Straftaten sei mittlerweile so lang, dass sie "mit Sicherheit" in das Programm für jugendliche Intensivtäter aufgenommen werden. "Irgendetwas muss jetzt geschehen", sagt Theveßen. Bei der Kriminalpolizei im Rhein-Kreis Neuss wird weiter gegen die Kinder ermittelt. Und auch bei der Polizei in Mönchengladbach werden die jungen Tatverdächtigen nun ganz besonders ins Visier genommen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





