Mönchengladbach: Kinderfreundliches Gladbach
VON BIRTHE ROSENAU - zuletzt aktualisiert: 25.04.2008Mönchengladbach (RPO). Der Weg vom Tiergarten zum Bolzplatz ist jetzt ein Kinderspiel: Nasenbär Vito zeigt im neuen Kinderstadtplan wo’s langgeht. Doch auch sonst kann sich Gladbach mit seinen Nachbarn in Sachen Kinderfreundlichkeit messen.
Was von außen aussieht, wie ein lustiges Comicheft, ist innen auf 56 Seiten prall gefüllt mit Informationen über Mönchengladbach. Gestern stellte die Marketing Gesellschaft Mönchengladbach (MGMG) den ersten Stadtplan speziell für Kinder vor. Lob für das kindgerecht bearbeitete Kartenmaterial gab es von Jugendamtsleiter Reinhold Steins: „Ich finde sowohl die Idee als auch die Umsetzung richtig gut. Das zeigt einmal mehr, dass sich hier viele Menschen Gedanken um die Kinderfreundlichkeit unserer Stadt machen.“
Kinder machten Vorschläge
Maskottchen Vito, der pfiffige Nasenbär, begleitet die Kinder auf ihrer Entdeckungstour durch die Stadt. Bunte Symbole zeigen Sehenswürdigkeiten wie den Tiergarten oder den Borussia-Park an, weisen Spielplätze, Sportanlagen, Grillplätze, Parks, Jugendhäuser und vieles mehr aus. „Grundlage waren die amtlichen Stadtkarten“, erklärt Jörn Schlein vom Katasteramt, „aber wir haben sie nur reduziert wiedergegeben, die nüchternen Zeichen weggenommen und an der Farbe gearbeitet“.
„Richtig super“ findet der Zwölfjährige Florian von der Gesamtschule Hardt das Ergebnis. Zusammen mit seinen Klassenkameraden hat er den Kinderstadtplan getestet und Verbesserungsvorschläge gemacht. „Vorher war er nicht so leserlich“, sagt der Sechstklässler. Finanziert haben das Projekt die Initiativ-Mitglieder AUNDE, die Druckerei Karten, NVV und Volksbank.
Im Plan aufgeführt sind auch die 276 Spiel- und Bolzplätze der Stadt – ein wichtiger Indikator in Sachen Kinderfreundlichkeit. „Da sind wir im Vergleich zu unseren Nachbarn wirklich gut aufgestellt“, betonte Steins. In Krefeld gibt es 168 Plätze, im kleineren Viersen lediglich 108.
Auch bei der Betreuung von Unter-Dreijährigen ist Mönchengladbach Spitzenreiter: Ab dem Sommer wird es laut Steins 530 Betreuungsplätze geben, Krefeld hat derzeit 367.
Für einen Platz in der Offenen Ganztagsschule müssen Eltern in Gladbach und Krefeld ähnlich tief in die Tasche greifen. Geringverdiener zahlen keinen Beitrag (Gladbach: Grenze bei 12 271 Euro Jahreseinkommen, Krefeld: 15 000 Euro), danach liegt der Elternbeitrag nach Einkommen gestaffelt zwischen 50 bzw. 23 und 150 bzw. 141 Euro pro Monat.
Derzeit erstellt die Stadtverwaltung einen Familienbericht zum Thema „Leben und Wohnen“. Jugendamtsleiter Reinhold Steins: „Wir sind eine Großstadt im Grünen, haben sehr viele Grünflächen und Wälder“. In Außenbezirken wie Rheindahlen, Odenkirchen und Herrath sind Einfamilienhäuser laut dem Wirtschaftsmagazin „Capital“ schon ab 200 000 Euro zu haben – soviel kostet im Schnitt auch in Krefeld ein Reihenhaus.
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