Mönchengladbach: Kindergarten Pahlkebad
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 25.10.2008Mönchengladbach (RPO). Kindergartenplätze sind rar. Vor allem für Mädchen und Jungen unter drei Jahren. Da es einen gesetzlichen Anspruch gibt, muss die Stadt handeln. Jüngste Idee: Leer stehende Räume des Pahlkebades zum Kindergarten umbauen.
Die Stadt braucht zwei neue Kindergärten – je einen in Gladbach-Stadtmitte und Rheydt-Mitte. In beiden Bezirken gibt es bereits jetzt einen erheblichen Mangel an Kindergartenplätzen für unter Dreijährige. Da mehr Menschen vom Land zurück in die Stadt drängen, verschärft sich die Situation. Im Gegensatz zu Außenbezirken ist der Bedarf in beiden Zentren langfristig: In neuen Baugebieten wie etwa das Quartier am Vituspark in Alt-Gladbach und das Reitbahnkarree in Rheydt siedeln sich verstärkt Familien mit kleinen Kindern an. Sie schätzen die Nähe zu Schulen, Kindergärten und Geschäften – der Zweitwagen ist dann oft nicht mehr notwendig.
Die neuen Quoten
Kinder unter 3 In der Stadt leben 5866 Kinder ab 4. Lebensmonat bis zum dritten Lebensjahr.
Bis 2010 muss die Stadt bei der Betreuung der unter Dreijährigen eine Versorgungsquote von 20 Prozent erreiche, bis 2013 dann 35 Prozent.
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Experten stimmten zu
Die Stadt steht vor dem Problem, Einrichtungen bauen zu müssen, obwohl sie dafür eigentlich kein Geld hat. Erschwerend kommt hinzu: Pro Kindergarten wird ein Riesengrundstück von bis zu 3000 Quadratmetern benötigt – in Innenstadtlagen sind diese großen Gelände nicht nur selten, sondern auch extrem teuer. Deshalb sucht die Stadt nach eigenen Grundstücken, die sich für Kindergärten nutzen lassen. Die jüngste Idee: Im Pahlkebad zusätzlich zum Hallenbad noch einen Kindergarten einzurichten. „Wir haben uns das Stadtbad mit Experten des Hochbauamtes angeschaut. Das ist gut machbar“, sagt der zuständige Beigeordnete Dr. Michael Schmitz.
Das Vorhaben hat in mehrfacher Hinsicht viel Charme: Da eine Fläche von rund 700 Quadratmetern im Gebäude ungenutzt ist, lässt sich hier ein Kindergarten mit 50 Plätzen (20 für Kinder unter drei Jahren) unterbringen. Es gibt genügend Freigelände rundherum für Spielmöglichkeiten. Ein Parkplatz ist vor der Tür. Die Kleinen könnten den Kindergarten über einen zu schaffenden Eingang erreichen, lediglich der Zugang zum Außengelände führte über eine Treppe. Selbst die Bezirksregierung, die skeptisch die mehr als sieben Millionen Euro teure Sanierung des Pahlkebades beobachtet, könnte die Kombination Kindergarten und Hallenbad schick finden. Tatsache ist: Mit rund 740 000 Euro ist diese Lösung preiswerter, als wenn die Stadt an anderer Stelle bauen und dafür ein Grundstück kaufen müsste.
Neu bauen muss die Stadt in Alt-Gladbach. Auf 1,1 Millionen Euro werden die Kosten für einen dreigruppigen Kindergarten auf dem Parkplatz neben dem Jugendclubhaus Westend geschätzt. Mit Anbauten an den bestehenden Kindergärten Steinshütte, Höfgenweg und Hosterweg könnten insgesamt 65 neue Plätze für unter Dreijährige und 71 zusätzliche Plätze für Drei- bis Sechsjährige entstehen. Das Vorhaben ist für die überschuldete Stadt ein Kraftakt. Aus der Bredouille, mittelfristig weitere Kindergartenplätze für unter Dreijährige zu schaffen, kommt sie nicht: Die Versorgungsquote ist dann immer noch unzureichend.
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