Mönchengladbach: Kindergeld: Mehr Beschwerden
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 16.07.2010Mönchengladbach (RPO). Was ist los in der Familienkasse? Familie Frömelt erhielt eine Mitteilung, dass ihr Kindergeld-Antrag nicht bearbeitet werden kann, weil angeblich eine Bescheinigung fehlt. Kurios: Am selben Tag kam die Bewilligung. Kein Einzelfall.
Lange Wartezeiten bei der Familienkasse sind bei Anträgen auf Kindergeld offenbar kein Einzelfall. In der Redaktion mehren sich weiterhin Beschwerden. Fast alle Anrufer berichten von eingeforderten Unterlagen, die längst eingereicht wurden. Beispiel Axel Frömelt: Er stellte einen Verlängerungsantrag auf Kindergeld für seinen mittlerweile 18-jährigen Sohn. Der Familienvater füllte Formulare aus, besorgte die notwendigen Bescheinigungen und schickte alles per E-Mail zur Behörde. Wenig später rief er bei der Servicestelle an, um nachzufragen, ob alles da sei. "Ja", habe man ihm dort gesagt, "alles sei angekommen." Am folgenden Tag fand Frömelt einen Brief von der Familienkasse im Postkasten: Es fehle die Bescheinigung, dass sein Sohn noch zur Schule gehe. Die hatte Axel Frömelt aber geschickt. "Ich habe ja alles noch in meinem Postausgang", sagt er. Und tatsächlich ist sie dabei – ein korrekt ausgefüllter Vordruck mit Stempel und Unterschrift der Schule.
Zwei Briefe an einem Tag
Über die Frage, ob ein eingescanntes Formular möglicherweise nicht ausreiche und das Original geschickt werden müsse, braucht sich der Familienvater jetzt keine Gedanken mehr zu machen. Oder doch? Vor wenigen Tagen erhielten die Frömelts gleich zwei Briefe von der Familienkasse Mönchengladbach, datiert am gleichen Tag! Der Inhalt des ersten Briefs: "Sehr geehrte Frau Frömelt, wie bereits mitgeteilt, liegt mir die Schulbescheinigung leider noch nicht vor..." Das zweite Schreiben – und jetzt kommt's – beginnt folgendermaßen: "Sehr geehrte Frau Frömelt, Ihrem Antrag auf Kindergeld wird entsprochen und das Kindergeld wie folgt monatlich festgesetzt ..." Also war die Bescheinigung doch da, nur hat mindestens einer in der Behörde davon nichts gewusst.
Eine Patchwork-Familie berichtet Ähnliches. Weil neu geheiratet wurde und der Kinderfreibetrag auf den Ehemann geschrieben werden sollte, wurde ein Antrag gestellt. Rückversicherung in der Servicestelle: "Ja, alles da. In zwei Wochen wird ihr Antrag bearbeitet." Zwei Monate später erreicht die Familie ein Brief: "Da Sie neu geheiratet haben, müssen Sie auch einen neuen Antrag stellen." Genau das war geschehen. Telefonat mit der Familienkasse in Mönchengladbach. Ein freundlicher Mitarbeiter erklärt: "Nein, nein, alles in Ordnung, im Computer ist schon alles geändert." Tage später wieder ein Brief: "Sie haben neu geheiratet, Sie müssen einen neuen Antrag stellen."
Anja Huth, Pressesprecherin des Vorstandes Grundsicherung der Bundesagentur für Arbeit, in Nürnberg, sagt dazu: "Die Familienkasse in Mönchengladbach leistet gute Arbeit. Rund 80 Prozent aller Kindergeld-Anliegen können innerhalb von 20 Arbeitstagen abschließend bearbeitet werden." Und dann fügt sie an: "Wer gut arbeitet, darf auch mal Fehler machen ..."
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