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Mönchengladbach: Kindesmord aus Eifersucht?

VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 06.02.2008

Mönchengladbach (RPO). Der Tod der beiden Kinder hat in Mönchengladbach Fassungslosigkeit ausgelöst. Mussten das zweijährige Mädchen und der achtjährige Junge sterben, weil ihre Mutter die Trennung von ihrem Ehemann nicht verkraften konnte? Die Polizei hält das für ein mögliches Motiv.

In der Ehe von Karima (36) und Touvik (33) E. muss es schon lange gekriselt haben, schon bevor die gemeinsame Tochter vor zwei Jahren zur Welt kam. Doch damals ahnte niemand etwas von der Familientragödie, die sich in der Nacht zum Rosenmontag in einer Mönchengladbacher Wohnung abspielte: Polizei nicht, Jugendamt nicht, Nachbarn nicht. Seit vorgestern ist die kleine Yasmine tot, genauso wie ihr achtjähriger Bruder Souheil.

Die Polizei hegt kaum Zweifel daran, dass die Kinder von ihrer eigenen Mutter getötet wurden. Dabei habe die 36-jährige Deutsch-Marokkanerin mit ihrer zweiten Schwangerschaft eigentlich ihre Ehe retten wollen, sagte der Leiter der Mordkommission, Friedhelm Schultz.

Schon 2004 hatte sich das Paar getrennt. Doch die Frau konnte sich mit dem Bruch der Beziehung nicht abfinden. Verzweifelt versuchte sie alles, um ihren Mann zur Rückkehr zu bewegen. Neben Schönheitsoperationen, die sie für ihren Mann attraktiver machen sollten, habe sie dem Vater ihrer Kinder regelrecht nachgestellt, berichtete Schultz. So soll sie an seinem Arbeitsplatz aufgetaucht sein und seine Freunde besucht haben. Dass sie dafür ihre kleinen Kinder nachts allein in der Wohnung ließ, machte ihrer Familie Sorgen.

Nach außen hin lebte das Paar unauffällig. Er arbeitet als Buchhalter, sie war vor der Geburt ihrer Kinder Produktions-Assistentin in einem Kfz-Zulieferer-Betrieb, wo sie sich zur Qualitätskontrolleurin hocharbeitete. Die Miete wurde stets pünktlich bezahlt, auch nach der Trennung. Von Streit haben Nachbarn nichts gehört. Auch beim Sorgerechtsverfahren zeigte sich das Paar einig. Das Besuchsrecht für den Sohn wollten Vater und Mutter selbst regeln. Beim Jugendamt habe es nie Hinweise auf eine Kindeswohlgefährdung gegeben, erklärte Stadtsprecher Dirk Rütten.

"Wir sind sehr traurig" schreiben Anwohner am Hauseingang. Foto: AP, AP

Laut den Ermittlungen hatte die 36-jährige Mutter zwei Tage vor der Kindestötung erfahren, dass ihr Mann eine neue Freundin habe. War das der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte? Schon mehrfach hatte die Frau angekündigt, dass sie sich und ihren Kindern etwas antun werde. Als sie die Drohung diesmal ihrer Schwester gegenüber äußerte, meldete die sich besorgt bei der Polizei. Die Beamten fuhren sofort los, kamen aber zu spät.

Der Leiter der Mordkommission erklärte gestern, dass die Mutter unter starken Stimmungsschwankungen leide. Ob die Mutter vor der Tat Drogen oder Medikamente nahm, muss noch geklärt werden – damit auch ihre Schuldfähigkeit. Die 36-Jährige befindet sich zurzeit in einer psychiatrischen Anstalt.

Quelle: RP

 
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