Mönchengladbach: Kippt das Café Pflaster?
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 03.07.2008Mönchengladbach (RPO). Die CDU ist angesichts der anhaltenden Bürgerproteste gegen die Anlaufstelle für Abhängige an der Brucknerallee nachdenklich geworden. Sie hat noch Klärungsbedarf. Die Anwohner hätten schon jetzt viel zu tragen.
Café Pflaster
Träger Diakonisches Werk
Ziel Treffpunkt für Drogenabhängige und Obdachlose
Bürgerinitiative gegen die Enrichtung im Internet unter www.brucknerallee.de
Mehr zum Thema unter www.rp-online.de/moenchengladbach
In der Diskussion um das Café Pflaster bahnt sich eine überraschende Wende an. Die Bürgerinitiative gegen die Einrichtung eines Treffs für Drogenabhängige und Obdachlose in Rheydt hat erreicht, dass sich die CDU des Themas noch einmal ergebnisoffen annimmt – und das, obwohl es seit längerem einen Ratsbeschluss gibt und Betreiber Diakonie das Haus Brucknerallee 37 bereits gekauft hat.
Die Vorstände von Fraktion und Kreispartei tauschten sich am Montagabend zu dem Thema aus und kamen zu einem einmütigen Urteil: Über das Café Pflaster muss noch einmal geredet werden. „Natürlich wollen wir keine Lösung, die mehr Probleme schafft als sie beseitigt“, sagte Norbert Post der RP. Es seien neue Aspekte in der Diskussion mit den Anwohnern aufgetaucht, die den Christdemokraten so bisher nicht bekannt gewesen seien. „Wenn das so ist, muss es möglich sein, die Sache noch mal zu hinterfragen“, so Post.
Umfeld verbessern
Der Fraktionsvorsitzende Rolf Besten hatte am Freitag ein längeres Gespräch mit Vertretern der Bürgerinitiative geführt. „Es gibt zu viele Dinge im Umfeld, die nicht in Ordnung sind“, so Besten. So soll es in dem kleinen Park an der Hugo-Junkers-Schule immer wieder zu Straftaten kommen. In Gesprächen mit Verwaltung und Polizei will die CDU jetzt klären, wie massiv die aktuellen Probleme für die Anwohner sind und wie sich dauerhaft beseitigen lassen. Offenbar hält es die CDU für sinnvoll, erst dann das Café Pflaster an der Brucknerallee zu öffnen, wenn die Lage im Umfeld sich grundlegend verbessert hat. „Wir müssen in Rheydt dringend noch einige Gespräche führen“, sagte Besten der RP.
Die Bürgerinitiative setzt sich vehement gegen den Standort mitten in einem Wohngebiet und in umittelbarer Nähe von drei Schulen ein. Sie befürchten, dass die Drogenabhängigen, die im Café Pflaster frühstücken und sich von Krankenschwestern betreuen lassen können, Drogendealer anziehen. Die Anwohner monieren, dass sie im Vorfeld der Ratsentscheidung nicht angehört wurden. Das war der CDU-Spitze offenbar neu. Diakonie und Stadt verweisen auf das Café Pflaster an der Aachener Straße, das keine Belästigung für die Anwohner gebracht habe.
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