Mönchengladbach: Kirche kämpft gegen die Krise
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 03.12.2009Mönchengladbach (RPO). Immer weniger Priester, immer mehr Kirchenaustritte, Steuereinnahmen gehen rasant zurück, Gotteshäuser werden geschlossen: Die Krise der Kirche ist nicht zu übersehen. Das Katholische Forum will gegensteuern – mit einer Veranstaltungsreihe und namhaften Referenten.
Was ist mit unserer Kirche los? Warum laufen uns die Gläubigen weg? Wo kriegen wir bloß frische Priester her? Diese Fragen, die sich die Katholiken derzeit stellen, wiegen schwer. Und Antworten sind wohl auch nicht allzu leicht zu finden. Zu viel ist passiert – und passiert weiterhin: Der Konflikt um die Piusbruderschaft schwelt nach wie vor, Kirchen werden geschlossen oder umgewidmet, zum Jahreswechsel werden wieder viele Gemeindemitglieder ihren Kirchenaustritt erklären, und der eklatante Mangel an Priestern ist nicht mehr zu übersehen. Und kaum noch zu verwinden. Immer mehr Ehrenamtler müssen immer mehr Arbeit in den Gemeinden leisten, dabei verändern sich deren Strukturen gerade dramatisch, und die Unzufriedenheit wächst.
"Die Katholische Kirche steckt in der Krise – wie geht es weiter?" Dieser Frage stellt sich das Katholische Forum Mönchengladbach und Heinsberg. In Kooperation mit der Bischöflichen Akademie Aachen ist eine Veranstaltungsreihe geplant, die im kommenden Jahr unter dem Titel "Zukunftsforum Kirche" aufrütteln und neue Orientierungen aufzeigen soll. "Wir müssen die Zukunftsfähigkeit der Kirche auf den Prüfstand stellen, eigene Positionen entwickeln und Interessierten die Möglichkeit bieten, sich in der Kirche zu engagieren", sagte gestern der Leiter des Katholischen Forums, Franz-Josef Unland. Und Dr. Karl Allgaier, Direktor der Bischöflichen Akademie, mahnte an die Thesen des Zweiten Vatikanischen Konzils: "Die Errungenschaften dieses nach wie vor fortschrittlichen Konzils sind noch immer nicht erreicht." Im Gegenteil, die katholische Kirche falle gerade wieder zurück in die Vergangenheit. "Konservative Kreise bedrohen die Freiheit, um die so lange und so hart gerungen wurde."
Als erster Referent und Gesprächpartner kommt am 23. Januar Professor Dr. Peter Hünermann aus Tübingen ins Haus der Regionen an der Bettrather Straße 22. Sein Thema: Ist das Zweite Vatikanum heute noch zukunftsfähig? Mit den Teilnehmern will der Theologe über die richtungsweisende Bedeutung des Konzils sprechen und gemeinsam erarbeiten, ob die Aussagen des Konzils heute noch relevant sind.
Am 23. April ist ein Lokalmatador an der Reihe. Edmund Erlemann spricht über die Würzburger Synode, an der er von 1971 bis 1975 selbst aktiv mitwirkte. Und noch ein bekannter Gladbacher Pfarrer, Dr. Wilhelm Bruners, beteiligt sich an der Veranstaltungsreihe. Am 24. September untersucht er in seinem Seminar die Perspektiven der Gemeinden heute. Den Abschluss macht am 12. November Professor Rainer Bucher aus Graz, der sich mit den völlig veränderten Arbeitsbedingungen der Priester heute beschäftigen wird.
"Wir wollen ins Gespräch kommen, und wir hoffen auf Multiplikatoren", sagte Franz-Josef Unland. Wenn's fruchtet, soll es 2011 weiter gehen. Mit der nächste Reihe.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







