Mönchengladbach: Kirmesbesucher geben weniger Geld aus
VON CHRISTIAN LINGEN - zuletzt aktualisiert: 11.05.2009Mönchengladbach (RPO). Am Samstag hat die große Rheydter Frühkirmes begonnen. Das Wetter ist gut, die Stimmung schwankend. Denn bei den Besuchern sitzt das Geld nicht mehr so locker. "Ich stehe schon seit über 45 Jahren mit meiner Losbude auf der Rheydter Kirmes", sagt Hans ter Stegen.
Seit fast sechs Jahren sei spürbar, dass die Kirmesbesucher weniger Geld ausgeben. "Ich habe viele Stammkunden, die jedes Jahr kommen und Lose kaufen", berichtet ter Stegen. Die übrigen Kirmesbesucher seien eher skeptisch, was Losbuden angeht, da sie vermuten, dass viele Nieten in der Verlosung seien. "Ich habe immer fair gespielt. Aber es gibt schwarze Schafe in der Branche, die dem Geschäft schaden", sagt der Losbudenbesitzer. Dafür, dass die Kirmesbesucher weniger Geld ausgeben als in den Vorjahren, hat er Verständnis. "Der Strom wird teurer, die Lebensmittelpreise steigen. Da ist es verständlich, dass das Vergnügen hintenan steht. Wer nichts in der Tasche hat, der kann auch nichts ausgeben", sagt Hans ter Stegen.
Beim Kinderfahrgeschäft von Manfred Hammes sind die Kirmesbesucher ebenfalls etwas zurückhaltender geworden. "Die meisten kaufen nur noch ein oder zwei Fahrkarten. Früher waren es auch schon einmal fünf oder zehn Tickets auf einmal. Die übriggebliebenen Karten lösten die Besucher ein, wenn ich mit meinem Geschäft zum Beispiel auf der Korschenbroicher Kirmes stand", erzählt Hammes. Um dennoch Geld zu verdienen, halte er die Preise seit Jahren konstant.
"Wenn man mit einem kleinen Kind auf die Kirmes geht, sind schnell 40 Euro weg", sagt Besucher René Hahne. Man gebe hier zwei Euro für das Karussell aus, dort 3,50 Euro für einen Backfisch. So käme schnell ein relativ hoher Betrag zusammen. "Man muss aber auch bedenken, dass eine Kirmes günstiger ist als ein Freizeitpark. Dort müssen die Besucher Eintritt bezahlen. Hier ist alles öffentlich", kontert Detlef Dreßen, Chef des Schaustellerverbandes. Außerdem sei die Wirtschaftskrise für alle gleich. Er befürchte keine Umsatzeinbußen.
Dass mehr Menschen auf Jobsuche sind, bekommen auch die Schausteller zu spüren. "Ich habe in diesem Jahr beinahe dreimal so viele Anfragen von Menschen, die mitreisen möchten", erzählt Hans ter Stegen.
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