Mönchengladbach: Kita-Streik: Erzieherinnen informieren
VON THOMAS GRULKE - zuletzt aktualisiert: 13.07.2009Mönchengladbach (RPO). Christa Elsen unterschrieb sofort. "Das muss man einfach unterstützen", sagte die Passantin, nachdem sie über die Forderungen der Erzieherinnen für bessere Arbeitsbedingungen informiert worden war. Obwohl sie keine Kinder und Enkel mehr in einem Kindergarten habe, interessiere sie das Thema, sagte Christa Elsen.
Viele positive Rückmeldungen
Und damit stand sie am Samstagvormittag in der Rheydter Innenstadt nicht alleine da. "Es ist gut gelaufen, wir haben viele positive Rückmeldungen erhalten", berichtete Annette Ross. Die Erzieherin von der Mühlenstraße hatte mit rund zehn Kolleginnen aus dem Stadtgebiet an der Harmoniestraße einen Stand aufgebaut, um ihren Standpunkt darzustellen und Unterschriften für ihre Forderungen zu sammeln. Alleine in den ersten eineinhalb Stunden kamen so mehr als 70 Unterschriften zusammen. Zudem hatten die Mönchengladbacher Erzieherinnen eine Bodenzeitung zum Thema ausgerollt und jede Menge Informationsmaterial mitgebracht – alles unter dem Motto "Der Countdown läuft".
"Wir waren lange Zeit eine Berufsgruppe, die geschwiegen hat. Jetzt fangen wir an, uns mehr zu positionieren. Derzeit ist zwar Streikpause, doch das Thema darf vor der Kommunalwahl nicht in der Versenkung verschwinden. Nach den Ferien geht es weiter", sagte Annette Ross. Die Veranstaltung, die am kommenden Samstag am Vorplatz vor dem ehemaligen Schauspielhaus in Mönchengladbach wiederholt wird, sollte aber keine reine Kampfansage sein. Die Erzieherinnen wollten vor allem Aufklärung betreiben.
"Unsere Forderung nach Gesundheitsschutz wird gerne auf den Bedarf an großen Stühlen reduziert. Dabei geht es darum, dass man den Beruf auch bis zur Altersgrenze ausüben kann", sagte Ross. Zudem werde zu oft verfehlte Politik auf dem Rücken der Kinder ausgetragen, denn um eine gute Förderung zu gewährleisten, brauche es eben genügend Personal. Iris Fernandez, ihre Kollegin von der Einrichtung an der Lorenz-Görtz-Straße, ist noch ein anderer Punkt wichtig: "Man hat uns auch immer vorgeworfen, dass wir nur während unserer Arbeitszeit streiken. Hier engagieren sich viele während ihres Urlaubs." Und so wird es in den nächsten Wochen noch weitere Aktionen geben. "Wir wären alle zufrieden, wenn wir schnell eine Lösung finden würden. Doch jetzt ist es für uns wichtig, dass wir die anstehenden Wahlen nutzen", sagte die Personalratsvorsitzende der Stadtverwaltung, Roswitha Mirbach. Am 20. Juli gibt es einen Informationsabend für Eltern im DGB-Haus. Zudem hat die Gewerkschaft Verdi alle Parteien zu einer Podiumsdiskussion Mitte August in der Kaiser-Friedrich-Halle eingeladen.
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