Mönchengladbach: Kita zu: Eltern unter Druck
VON BENEDIKT PETERS - zuletzt aktualisiert: 19.05.2009Mönchengladbach (RPO). Wegen des Streiks der Erzieherinnen können viele Mönchengladbacher Kinder heute nicht wie gewohnt in den Kindergarten gehen. Einige betroffene Eltern wurden erst gestern Nachmittag informiert.
Der Streik der Erzieherinnen hat in vielen Gladbacher Kinder-Tageseinrichtungen Probleme verursacht. Heute legen in insgesamt 15 Kindergärten und -tagesstätten die gewerkschaftlich organsierten Erzieherinnen die Arbeit nieder. Dadurch werden viele berufstätige Eltern Schwierigkeiten haben, ihre Kinder betreuen zu lassen.
Betroffen sind die Einrichtungen Am Hockstein, Hensenweg, Pestalozzistraße, Lorenz-Goertz-Straße, Höfgenweg, Mühlenstraße, Friedhofstraße, Am Pixbusch, Giesenkirchener Straße. Kammgarnstraße, Südwall, Lisztstraße, Saasfelder Weg und Güdderather Mühlenweg. Um berufstätigen Eltern dennoch eine Betreuungsmöglichkeit zu bieten, wurden in 13 dieser Einrichtungen sogenannte Notgruppen eingerichtet.
Streik der Erzieher
Organisator Die Gewerkschaft Verdi hat die Erzieherinnen zu bundesweiten Warnstreiks aufgerufen
Ziel Durchsetzung eines "Gesundheitstarif-Vertrags" und Anhebung der Löhne auf ein höheres Niveau
15 Einrichtungen sind heute in Gladbach betroffen.
Notgruppen eingerichtet
Geschlossen bleiben die Kindertagesstätten Höfgenweg und Lisztstraße. Deswegen müssen die Kinder des Kindergartens Lisztstraße, die nicht zu Hause betreut werden können, in die benachbarte Tagesstätte Am Schlossacker ausweichen. Genauso geht es den Kindern der Einrichtung Höfgenweg, die im Notfall die Ausweichgruppe der nahe gelegenen Kindertagesstätte Hensenweg besuchen können.
Durch die Ausweichmaßnahmen sind die Sorgen vieler berufstätiger Eltern jedoch nicht beseitigt. "Meine Kinder in einer Notgruppe abzugeben, ist für mich keine Alternative" sagt die Vertriebsassistentin Michaela Kellermann, deren Mann ebenfalls berufstätig ist. Ihre drei- und fünfjährigen Töchter Teresa und Sophia gehen in den Kindergarten Höfgenweg.
Teresa leidet an einer Laktoseintoleranz, und so müssen ihre Eltern sorgfältig mit den Erzieherinnen die Ernährung abstimmen. "Schon deshalb könnte ich meine Töchter nicht guten Gewissens in eine Notgruppe geben. Außerdem würden sich meine Kinder in einer unbekannten Umgebung mit fremden Kindern und Erzieherinnen nicht wohlfühlen", ist die 43-Jährige überzeugt.
Nicht nur deshalb war sie gezwungen, sich für heute frei zu nehmen. Erst gestern Nachmittag wurde sie von der Kindergartenleitung informiert, dass die Möglichkeit bestehe, auf die Einrichtung am Hensenweg auszuweichen. Die Vertriebsassistentin muss ihren Arbeitgeber jedoch mindestens einen Tag im Voraus informieren, wenn sie sich freinimmt. "Dies ist nun schon das zweite Mal in einer Woche, dass ich kurzfristig nicht zur Arbeit konnte."
Am vergangenen Freitag haben die Erzieherinnen schließlich schon einmal gestreikt. Grundsätzlich hat Michaela Kellermann wie viele betroffene Eltern Verständnis für die Forderung der Erzieherinnen nach besseren Arbeitsbedingungen. "Dass die Eltern jedoch erst am Tag vor dem Streik informiert werden, schadet dem Wohl der Kinder."
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