Mönchengladbach: Kitas suchen Erzieher
VON LESLIE BROOK - zuletzt aktualisiert: 02.06.2010 - 17:26Kinderbildungsgesetz, Ganztagsunterricht und Ausbau der U3-Betreuung: Der Markt für Erzieher ist stark umkämpft. Der Bedarf für qualifiziertem Nachwuchs steigt weiter. Auszubildende haben eine gute Chance auf einen festen Job.
Birgit Breiden hat derzeit keinen einfachen Job: Die GdG-Leiterin Mönchengladbach-Süd sucht qualifizierte Erzieher für mehrere Kindertagesstätten. "Geeignete Fachkräfte sind Mangelware, besonders mit bestimmten Zusatzqualifikationen", sagt die Erzieherin, die seit 20 Jahren in diesem Beruf arbeitet. "Es gab schon häufiger schwierige Zeiten, aber so extrem war es noch nicht."
Um eine Erzieherin für einen Montessori-Kindergarten mit entsprechendem Diplom zu finden, suche sie auch schon mal mehrere Monate, bis sie eine geeignete Kandidatin gefunden habe. Ähnlich sind die Erfahrungen von Ilona Lüpges-Limborgh: "Wir hatten zwar viele Bewerbungen, haben aber doch ein Vierteljahr gesucht, bis wir eine geeignete Kraft gefunden haben."
Das größte Problem sei die Flexibiliät, so die Leiterin der Kindertagesstätte "Muki2". Schwierige Personalplanung Der Markt für Erzieher ist stark umkämpft, bestätigt auch Reinhold Steins, Fachbereichsleiter Kinder, Jugend und Familie bei der Stadt Mönchengladbach. "Wir beschäftigen uns das ganze Jahr mit Einstellungen. Die Konkurrenz unter den Einrichtungen ist groß." Bis 2013 werde sich die Situation weiter verschärfen: Dann haben Eltern einen gesetzlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz für ihre Kinder. U3-Gruppen seien kleiner als Gruppen für Drei- bis Sechsjährige.
Das heißt: Es müssen mehr Gruppen gebildet und letztlich mehr Erzieher eingestellt werden. Kinderpfleger dürfen zudem laut Kiibiz nicht mit unter Dreijährigen arbeiten. Sie müssen eine Weiterbildung belegen, berichtet Gaby Hilgers vom Kindergarten Glühwürmchen. Sie selbst mache gerade diese Qualifizierung, einen Tag pro Woche. "Das Geld für eine Aushilfe, die mich in den sechs Stunden in der Einrichtung vertritt, geht von meinem Gehalt ab."
Gerade Teilzeitkräfte verdienen nicht besonders viel: Doch gerade die würden für eine flexible Personalplanung gebraucht, weiß Dorothea Hüttersen, Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbands. Eltern können zwischen den drei Modellen 25, 35 oder 45 Stunden wählen. "Für uns bedeutet das Unsicherheit, denn wir wissen nicht, wie viele Erzieher wir tatsächlich benötigen", sagt Breiden. 30 angehende Erzieher beginnen im August die Ausbildung am Maria-Lenssen-Berufskolleg, rund 60 starten an der Liebfrauenschule.
"Die Nachfrage ist groß, aber die psychischen und physischen Anforderungen steigen immer weiter", sagt Gaby Wenzel, die stellvertretende Leiterin des Brufskollegs. Es müsse dringend einen Impuls aus der Politik geben - auch bei der Vergütung "sonst sehe ich für die Zukunft schwarz."
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