Mönchengladbach: Kläranlage Wickrathberg muss modernisiert werden
VON SEBASTIAN HÖSEL - zuletzt aktualisiert: 11.02.2010Mönchengladbach (RPO). Vogelsterben, Algenpest, fauliger Gestank – seit Jahren kämpft der Niersverband mit Problemen im ehemaligen Klärwerk in Wickrathberg. "Durch die veraltete Konzeption der Anlage kommt es in den beiden Regenrückhaltebecken zu biologischen Prozessen, die zu einer Anreicherung von Bakterien darin führen", erläutert Dr. Ulrich Otto, Leiter der Abteilung Abwasser beim Niersverband und damit zuständig für Planung, Bau und Betrieb aller Abwasseranlagen in dessen Einzugsbereich.
"Konstruktionsbedingt sind beide Becken stets mit Wasser gefüllt. Kommt nun neues Abwasser hinzu, ist das ein idealer Nährboden für Mikroorganismen, die das Wasser vergammeln lassen", führt Otto weiter aus.
Schäden in Fauna und Flora
Besonders nachteilig wirkt sich dieses "Vergammeln" des Wassers auf die Vogelwelt aus. Da die Tiere das stark verschmutzte Wasser trinken, wurden seit 2006 mehrfach verendete Vögel gefunden. Zudem kommt es in diesem Teil Wickrathbergs immer wieder zu starken Geruchsbelästigungen und zu einer massenhaften Besiedlung der Gewässer mit unerwünschten Pflanzen wie etwa Algen.
Um diesen ernsthaften Konsequenzen entgegenzuwirken, wurden in der letzten Zeit mehrere Sofortmaßnahmen getroffen. So entschied sich der Niersverband etwa dazu, das zweite Becken mit Erde aufzufüllen. Seitdem steht in diesem Teil nur noch bei starken Regenfällen Wasser, wodurch die Produktion der Bakterien deutlich gehemmt wurde. Obwohl die Arbeiten außerhalb der Brutzeit durchgeführt wurden, ist jedoch nicht auszuschließen, dass der dort brütende Eisvogel durch diese Maßnahme nachhaltig gestört oder sogar vertrieben wurde.
Nicht zuletzt deshalb ist der Niersverband davon überzeugt, dass die gesamte Problematik nur durch eine umfangreichere Modernisierung der Kläranlage behoben werden kann. "Wie ein solcher Umbau im Einzelnen umgesetzt wird und wie hoch die Kosten sein werden, ist noch nicht abzuschätzen. Klar ist auf jeden Fall, dass wir unsere Vorgehensweise mit allen Behörden und den Naturschutzverbänden koordinieren werden", beschreibt Otto die noch recht vagen Planungen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







