Mönchengladbach: Klage gegen großen Partner ?
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 25.10.2007Mönchengladbach (RPO). Die Ehe ist zerrüttet. Bislang sind alle Versuche gescheitert, den Flughafen-Gesellschafter Düsseldorf zu überzeugen. Eine Option bleibt. Der Förderverein des Flughafens will juristische Schritte und hofft auf neue Partner.
Knapp neun Millionen Euro hat die NVV in den vergangenen Jahren in den Flughafen investiert. Das berichtete der Vorstandsvorsitzende Friedhelm Kirchhartz bei der Mitgliederversammlung des Fördervereins des Flughafens. Obwohl laut Vertrag die Düsseldorfer bis 2010 die Verluste zu tragen haben, übernahmen die Gladbacher 1,7 Millionen Euro. Das waren rund 30 Prozent der im Jahr 2004 entstandenen Verluste. Die Düsseldorfer sollten dafür, so Kirchhartz, bis Ende 2005 „Ruhe geben“. Seinerzeit hofften die Gladbacher, dann sei das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen, und die Startbahn könnte verlängert werden.
Ausbau der Bahn auf 1850 Meter
Das rückte jedoch in immer weitere Ferne. Weswegen die NVV bereit gewesen wäre, noch mehr Geld in die Hand zu nehmen. Im Sommer boten die Mönchengladbacher an, die Düsseldorfer Anteile zu übernehmen. Die NVV hätte den Verlust der Jahre 2008 bis 2010 getragen und den Ausbau der Bahn auf 1850 Meter finanziert – was zusammen mehr als 30 Millionen gekostet hätte. Die Düsseldorfer stimmten zu, allerdings unter der Bedingung, dass es ab MGL dann keinen Regionalflugverkehr gibt. So lässt sich der Flughafen aus heutiger Sicht jedoch nicht rentabel betreiben. Folglich lehnten die Gladbacher ab.
Das Fazit von Friedhelm Kirchhartz: „Düsseldorf hat Angst vor Konkurrenz. Sie wollen unseren Flughafen nicht.“ Dabei sei Hochtief letztlich der verlässlichere Partner gewesen. „Die waren immer gegen den Ausbau.“ Oberbürgermeister Joachim Erwin habe seine Position hingegen häufiger gewechselt. „Inzwischen ist er noch hartnäckiger gegen die Verlängerung, als es Hochtief jemals war.“
Der Förderverein verabschiedete bei seiner Sitzung eine Resolution. Sie fordert die NVV auf zu prüfen, ob man den Mehrheitsgesellschafter Düsseldorf heraus klagen kann. Dazu mochte sich Kirchhartz bei der Versammlung nicht äußern. Der Anwalt F. Manfred Koch sagte allerdings, wenn sich ein Gesellschafter treuewidrig verhalte, könne man dessen Gesellschafteranteile einziehen lassen – auch wenn es um den Mehrheitsgesellschafter geht. „Ob dies ein solcher Fall ist, muss man sehr sorgfältig prüfen. Ich halte das aber für einen denkbaren Ansatzpunkt“, so Koch gegenüber der RP.
Dann müssten die Gladbacher sich auf die Suche nach einem neuen Partner machen. Genau das fordert der Förderverein in einem weiteren Punkt seiner Resolution. Wirtschaftsförderer Dr. Ulrich Schückhaus ist davon überzeugt, dass es Interessanten gibt. Schon jetzt kämen immer wieder Anfragen aus dem Ausland. „Bei einer ausgebauten Startbahn würden die Bewerber Schlange stehen“, glaubt Schückhaus.
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