Mönchengladbach: Kleine Spritpreise erfreuen Autofahrer
VON BENEDIKT PETERS - zuletzt aktualisiert: 03.01.2009Mönchengladbach (RPO). 98,9 Cent für einen Liter Diesel, 1,049 Euro für einen Liter Benzin: Die Durchschnittspreise für Sprit haben gestern ihren Abwärtstrend fortgesetzt. Im Juni vergangenen Jahres waren die Kraftstoffe noch etwa 50 Cent teurer.
Die Entwicklung freut Tankstellenpächter und Autofahrer gleichermaßen. „Dank des aktuellen Dieselpreises spare ich monatlich zwischen 30 und 40 Euro“, sagte Ulrich Eisner. Der 52-Jährige braucht sein Auto, denn er fährt jeden Tag mit dem Wagen zur Arbeit. Tankstellenpächterin Karin Stevens-Sommerlade (44) weiß: „Unsere Kunden tanken nicht mehr nur das Nötigste wie im Sommer, sondern fast immer voll. Auch unser Shop läuft wieder viel besser, seitdem die Kraftstoffpreise sinken.“
Trotz des kontinuierlichen Abwärtstrends gibt es Schwankungen. Vor einigen Tagen fiel der Dieselpreis bis auf 96,9 Cent – vorläufiger Rekord. Eine gewisse Regelmäßigkeit gibt es aber doch: „Montags ist der Sprit bei uns am billigsten, meistens ist er auch donnerstags sehr günstig“, sagt Gottfried Kohnen. Der 60-Jährige betreibt gemeinsam mit seiner Frau Karin Stevens-Sommerlade die SB-Tankstelle an der Theodor-Heuss-Straße. Manche Kunden wollen es ganz genau wissen. „Sie rufen im Shop an und fragen, ob der Preis heute noch weiter fällt oder ob man lieber jetzt tanken sollte“, sagt Kohnen.
Dabei könnten die Tankstellenpächter die Preise nicht beeinflussen, sie würden von den großen Gesellschaften, zu denen die Mehrheit der Tankstellen gehören, vorgegeben und richten sich nach Rohölpreis und Konkurrent, sagt Stevens-Sommerlade. „Die Pächter werden pro Liter bezahlt und haben selbst keinen Vorteil davon, wenn die Kraftstoffpreise steigen, im Gegenteil: Sind Benzin und Diesel teuer, wird schließlich weniger getankt“, erklärt Gottfried Kohnen.
Das sei den Kunden jedoch oft nicht bewusst. Im Sommer haben viele Autofahrer an der Kasse der SB-Tankstelle ihrem Ärger Luft gemacht. „Ein Kunde bezeichnete unsere Kassiererin gar als Betrüger“, erinnert sich Kohnen. „Wir hatten Verständnis für den Unmut unserer Kunden, auch wenn wir nichts dran ändern konnten“, erklärt seine Frau. „Dafür ist die Stimmung der Autofahrer viel besser geworden, seitdem der Preis fällt“, fügt Gottfried Kohnen hinzu.
Wie es mit den Kraftstoffpreisen weitergeht, wissen die beiden nicht. „Ich könnte mir vorstellen, dass der Ölpreis wegen des Nahostkonflikts oder der Wirtschaftskrise steigt und damit auch Benzin und Diesel mittelfristig wieder teurer werden“, meint Tankstellenpächter Kohnen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





