Mönchengladbach: Kleine Tonnen sterben aus
VON BIRTHE ROSENAU - zuletzt aktualisiert: 06.05.2008Mönchengladbach (RPO). Braune Tonnen, Papierbündel, gelbe Säcke und Mini-Tonnen für den Restmüll. Das Gladbacher Abfallentsorgungs-System ist kompliziert. Wir erklären, was mit dem Müll passiert und wie es Nachbarstädte lösen.
Wie funktioniert die Entsorgung?
Die Stadt hat die GEM mit der Müllabfuhr beauftragt. Getrennt wird nach Papier, Biomüll und Leichtstoffverpackungen („Gelber Sack“). Papier sammeln die Bürger derzeit in Bündeln, die alle zwei Wochen abgeholt werden. Ab sofort können aber auch Papiertonnen bei der GEM bestellt werden („Blaue Tonne“). Für den Biomüll gibt es 120 und 240 Liter große Gefäße, Leichtstoffe werden im Gelben Sack gesammelt, für die Entsorgung des Restmülls können die Gladbacher zwischen 50, 35 und 25 Liter Ringgefäßen wählen.
Gibt es überall so kleine Tonnen?
Nein, die Nachbarstädte Krefeld, Viersen und Korschenbroich sind bereits vor einiger Zeit auf große Rolltonnen umgestiegen. Dort gibt es Gefäße zwischen 60 und 1100 Liter. Da es die kleinen Abfalleimer nur noch in wenigen Städten gibt, werden sie nur in geringer Stückzahl hergestellt – und sind dementsprechend teuer. Auch für die GEM stellen die kleinen Tonnen ein Problem dar: Sie müssen mit speziellen Wagen geleert werden.
Wohin kommt der Gladbacher Müll?
Entsorgt wird der Müll in der Krefelder Müllverbrennungsanlage. Papiermüll bringt die GEM zum Recycling zu verschiedenen Papierfabriken in der Region.
Was kostet bei unseren Nachbarn die Entsorgung?
Beispiel Krefeld: Die Restmülltonne (120 Liter, wöchentliche Leerung) kostet jährlich 345,50 Euro, seit 2004 ist auch 14-tägige Leerung möglich (195,50 Euro). Die Bereitstellung der Biotonne erfolgt in der Regel ohne separate Gebühr. Im innerstädtischen Bereich ist eine Jahresgebühr in Höhe von 16,50 EUR zu zahlen. Papier und Wertstoffe werden in Tonnen gesammelt, für die Tonnen fällt keine zusätzliche Gebühr an.
Gibt es auch völlig andere Systeme?
Ja, in Viersen. Seit 1997 werden die Abfallmengen per Ultraschall erfasst und können so einzelnen Grundstücken zugeordnet werden.Ein Jahr nach Einführung des Systems konnten insgesamt rund drei Millionen Deutsche Mark der erhobenen Vorausleistungen an die Bürger zurückerstattet werden.
Warum gibt es jetzt in Gladbach auch die Blaue Tonne?
Papier ist ein wertvoller Rohstoff, für den Entsorgungsunternehmen bares Geld bekommen. Damit keine privaten Firmen in Konkurrenz zu der von der Stadt beauftragten GEM den Rohstoff einsammeln, musste das Gladbacher Unternehmen handeln. Daher stellt es – wie auch in den Nachbarstädten – auf Wunsch kostenlose Tonnen bereit. Weiterhin werden aber auch die Papierbündel abgeholt und auch die Container bleiben zunächst stehen. Die „Blaue Tonne“ liegt übrigens gerade im Trend: Auch die Düsseldorfer führen sie gerade ein.
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