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Mönchengladbach: Kliniken: Preiskampf beginnt

VON DIETER WEBER UND RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 13.12.2007

Mönchengladbach (RPO). Maria Hilf und Bethesda wollen sich als Minderheitengesellschafter an den Städtischen Kliniken beteiligen. Dazu würden beide eine gemeinsame Tochtergesellschaft gründen. Sie warnen allerdings vor Utopie-Summen.

Das Elisabeth-Krankenhaus in Rheydt: Der Stadt liegt ein Angebot von Maria Hilf und Bethesda vor. Foto: RPO

Die Krankenhäuser Maria Hilf und Bethesda bekräftigten gestern ihr Interesse an einer Minderheiten-Beteiligung an den Städtischen Kliniken (Elisabeth-Krankenhaus und Hardterwald-Klinik). „Wir wollen. Die Stadt hat unser Angebot vorliegen und muss nur noch eintragen, wie hoch die prozentuale Beteiligung sein soll“, sagte Maria Hilf-Geschäftsführer Joachim Püllen der RP.

Schmerzgrenze

In einem Brief an Oberbürgermeister Norbert Bude und die Fraktionsvorsitzenden bestätigten die Aufsichtsräte des katholischen und des evangelischen Trägers ihr Interesse. Der Rat wird nun am kommenden Mittwoch entscheiden, ob es zur Beteiligung kommt. CDU und FDP hätten schon in der gestrigen Sitzung des Hauptausschusses so votiert, vertagten den Punkt aber auf Bitte der FWG. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Rolf Besten frohlockt: „Ein städtisches Krankenhaus mit zusätzlichem Kapital von den kirchlichen Trägern in der Stadt – etwas Besseres kann man sich für Mönchengladbach nicht vorstellen.“

Eine Einschränkung machen die beiden möglichen Partner jedoch: Utopie-Preise können und wollen sie nicht zahlen. „Das Ziel muss eine gute Krankenhauslandschaft für die Stadt sein. Wem es nur darum geht, einen optimalen Preis zu erzielen, riskiert, dass wir unsere Schmerzgrenze überschreiten“, sagt Bethesda-Geschäftsführer Dr. Eckehardt Rathje der RP. CDU und FDP hatten bereits vergangene Woche im Sozialausschuss deutlich gemacht, dass sie mit den Erlösen nicht den maroden Haushalt sanieren wollen, sondern das Geld in den Ausbau der Städtischen Kliniken stecken wollen.

„Das Eli hat ein eigenes Einzugsgebiet. Und die Kinderklinik ist erstklassig“, sagt Püllen. Er hofft darauf, dass die Politik nun schnell entscheidet: „Unser Angebot liegt schon lange vor. Bei der Stadt hat bis jetzt niemand richtig reagiert.“

Der Maria Hilf-Geschäftsführer hat ein zweites Eisen im Feuer: das St. Irmgardis-Krankenhaus in Viersen-Süchteln. Da schien der Zug schon abgefahren zu sein, nachdem das Allgemeine Krankenhaus Viersen und das St. Irmgardis die Fusion verkündet hatten. Dann schaltete sich das Bistum Aachen ein: Es favorisiert eine „katholische Lösung“.

Dabei kommt die Maria Hilf GmbH ins Spiel, die bereits auf einem guten Wege war, St. Irmgardis zu übernehmen. „Wir erneuern unser Angebot. Und das ist nicht schlechter als das vom Allgemeinen Krankenhaus“, sagt Püllen. So gehört eine Bestandsgarantie für Süchteln über 15 Jahre ebenso dazu wie das Versprechen, keine Arbeitsplätze abzubauen. Püllen: „Wir können uns auch vorstellen, Leistungen von Gladbach nach Süchteln zu verlagern. Die konfessionellen Krankenhäuser müssen zusammenrücken, denn wir haben die gleiche ethische Ausrichtung.“

Quelle: RP

 
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