Mönchengladbach: Konstantinplatz: Reste von Denkmal entdeckt
VON SEBASTIAN HÖSEL - zuletzt aktualisiert: 02.03.2010Mönchengladbach (RPO). Auch in Mönchengladbach fördern Bauarbeiten immer wieder die Hinterlassenschaften früherer Generationen zutage. Eine aus archäologischer Sicht besonders interessante Grabungsstelle befindet sich derzeit am Konstantinplatz in Giesenkirchen, da hier schon mehrfach Relikte aus gänzlich unterschiedlichen Zeitperioden gefunden wurden. Die neueste Entdeckung sind die Überreste eines aus dem frühen 20. Jahrhundert stammenden Kriegerdenkmals.
"Ich kann bestätigen, dass wir das rund vier Meter lange und drei Meter breite Fundament des Denkmals komplett freigelegt haben", freut sich Stefanie Troll, zuständige Archäologin vor Ort. Ungewöhnlich an diesem Fund ist jedoch nicht nur die Wiederentdeckung des Fundamentes selbst, sondern auch das, was sich darunter befindet. "Unter dem Ziegelsteinfundament haben wir zahlreiche Spolien entdeckt. Das sind Teile früherer Bauten, die später erneut verwendet wurden. In diesem Fall sind die gefundenen Steine unzweifelhaft römischen Ursprungs", erläutert Troll.
Nach Meinung der Wissenschaftlerin hatten die Erbauer möglicherweise Bedenken hinsichtlich der Standfestigkeit des Denkmals und stabilisierten die Konstruktion mit den Steinquadern. Troll ist sich zudem sicher, dass an gleicher Stelle in römischer Zeit ein ziemlich großes Gebäude stand, dessen Überreste sowohl im Mittelalter, als auch in der Neuzeit immer wieder für Baumaßnahmen genutzt wurden. "Darauf deuten auch die römischen Dachziegel hin, die wir ebenfalls gefunden haben."
Mit Spannung wartet die Archäologin nun auf die Grabungen der nächsten Tage. "Wenn wir Glück haben, stoßen wir auch noch auf römische Mauerreste." Damit wäre dann nicht nur Trolls Hypothese bestätigt, sondern auch klar, dass die Geschichte Giesenkirchens deutlich weiter zurückreicht, als bisher angenommen.
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