Mönchengladbach: Kopfüber auf dem Rheydter Rummel
VON NADINE FISCHER - zuletzt aktualisiert: 21.09.2009Mönchengladbach (RPO). Das Seepferdchen musste ganz alleine seine Runden drehen. Auch der Seehund und der Schwan fuhren ohne Kind auf dem Rücken im Kreis. Nur ein kleines buntes Bötchen hatte am Samstagmittag um kurz vor zwei Uhr einen hellblonden Passagier: Der vierjährige Maurice war der alleinige Herrscher über das Meerestier-Karussell auf dem Rheydter Marktplatz.
Das hatte einen einfachen Grund: Erst 15 Minuten später sollte Oberbürgermeister Norbert Bude die Rheydter Spätkirmes offiziell eröffnen und damit den Startschuss für den Rummel auf dem Rummel geben.
1500 Kirmesmeter mit 106 Buden und Fahrgeschäften erwarten die Besucher noch bis morgen. Dann ist Familientag, und es gelten reduzierte Preise. Maurice machte mit seinem Vater Axel Malirsch einen Bummel vorbei an Autoscooter, Dschungelexpress und Zuckerwatte. Aus der Vogelperspektive kannte der Vierjährige Teile der Kirmes schon: "Von seinem Kinderzimmer in der vierten Etage aus sieht er das Riesenrad und die Gracht", erzählte Axel Malirsch.
Während sein Sohn ihn munter vom Meeres-Karussell zum nächsten Fahrgeschäft zog, trudelten vor einer Losbude am Rathaus langsam die prominenten Gäste ein, die mit Norbert Bude wie jedes Jahr einen Rundgang über den Rummel machen wollten. Um 14 Uhr eröffnete der Oberbürgermeister die Kirmes dann auf der Ladefläche des Los-Geschäftes, umrahmt von Plüschschafen, Bettwäsche mit Playboy-Häschen und getigerten Bettvorlegern. Neben ihm standen die Rheydter Bezirksvorsteher Horst Hübsch und Karl Sasserath, außerdem der Vorsitzende des Mönchengladbacher Schaustellerverbandes, Detlef Dreßen.
Eine Blaskapelle begleitete die Vier und ihre Gäste danach über den Marktplatz und die Gracht. Es ging vorbei an Attraktionen wie der Live Action Show, in der Szenen aus bekannten Hollywoodfilmen nachgespielt werden, und dem "Geheimnis des Maya Tempels" – einem Labyrinth mit rund 100 Spiegeln und einer Hängebrücke über einem Wasserfall. Im "Action Haus" warten Rutschen und Rollbahnen auf die Besucher, der "Turbo Force" dreht sie in 40 Metern Höhe mit bis zu 100 Stundenkilometern im Kreis. "Da gehen wir nicht drauf, das ist uns zu hoch", waren sich Jennifer und Lisa einig. Lieber ließen sich die beiden 14-jährigen Rheindahlenerinnen nochmal auf dem "Commander" herumwirbeln und auf den Kopf stellen.
Laut lachen und schreien
Als sie gerade zum zweiten Mal hintereinander fuhren, gingen am Commander Norbert Bude und sein Gefolge samt Blaskapelle vorbei. Jennifer und Lisa bekamen davon überhaupt nichts mit – sie waren viel zu sehr damit beschäftigt, laut zu lachen und um die Wette zu schreien.
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