Mönchengladbach: Krach im Rheydter City-Management
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 25.11.2008Mönchengladbach (RPO). Im Rheydter City-Management hat es gekracht. Zwei Mitglieder legten ihre Ämter nieder: Ulrich Ernst und Martin Schütte. Passiert ist das schon vor einem Monat, auf der Sitzung am 23. Oktober. Erst gestern sickerte die Nachricht durch. Und so richtig froh war der Restvorstand darüber nicht. Ulrich Ernst vertrat im City-Management die Stadtsparkasse Mönchengladbach. In seiner Amtszeit, die erst vor anderthalb Jahren begann, war er zuständig für die Mitgliedergewinnung und -pflege, für Finanzen, den Blumensonntag 2007 und den Blumenkorso, der im September wahre Massen nach Rheydt lockte.
Unter seiner Ägide wuchs die Mitgliederzahl von 39 im März 2007 bis auf mehr als 200 heute. Wirtschaftlich steht der Verein – auch nach dem Erfolg des Blumenkorso – auf sicheren Füßen. Womöglich, so befürchten Insider, wird der Austritt von Ernst für weitere sorgen. Und vielleicht ist das der Grund, warum der Vorstand die schlechte Nachricht bisher für sich behielt.
„Ulrich Ernst hinterlässt eine große Lücke. Er war es, der mit Volldampf und großem Erfolg anderthalb Jahre für das City-Management gearbeitet hat. Er hat sein ganzes Herzblut in sein Engagement für Rheydt gesteckt“, sagte gestern der Pressesprecher des City-Managements, Gerry Böer. „Sein Rücktritt kam für uns sehr überraschend.“ Krach habe es nicht gegeben, wohl aber hätten einzelne Mitglieder die Leistung Ernsts nicht wirklich gewürdigt. „Da war nach dem Blumenkorso zu hören, das sei eine Kindergartenveranstaltung gewesen“, sagt Gerry Böer hörbar erzürnt. Wahrscheinlich sei es vor allem um individuelle Machtansprüche gegangen, mutmaßt er.
Auch Beisitzerin Evelyn Kaufmann hat, wie gestern zu hören war, nach dem Rücktritt von Schütte und Ernst ihren Vorstandsposten zur Verfügung gestellt. Und der Vorsitzende, Rainer Kellermann, hat bereits signalisiert, dass er bei der nächsten Wahl nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Das bedeutet derzeit rein rechnerisch: Wenn die Mitgliederversammlung im Februar 2009 zusammentritt, sind vier von zehn Vorstandsposten neu zu besetzen. Oder mehr? Kenner der Szene schließen nicht aus, dass weitere Aktive ihre Posten zur Verfügung stellen werden.
„Ich hoffe nicht, dass dies der Niedergang des City-Managements wird“, sagte gestern Ulrich Ernst auf Nachfrage der RP. Dazu sei die Arbeit des Vereins gerade in den letzten Monaten zu erfolgreich gewesen. „Wir haben in Rheydt einen deutlichen Aufschwung gespürt.“
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





