Mönchengladbach: Kuno, die Legende kehrt zurück
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 08.12.2008Mönchengladbach (RPO). Dem Hobbyangler Dirk Klinkenberg ist am Sonntag ein dicker Fisch ins Netz gegangen. Im Volksgartenweiher fing er einen Riesenwels. Sofort war Kuno, der Killerwels, wieder in aller Munde. Hing jetzt sein großer Bruder am Haken?
Eigentlich wollte Dirk Klinkenberg (29) einen Hecht angeln. Schon früh hatte er sich gestern einen Platz am Volksgartenweiher gesucht und die passenden Köder ausgegepackt. Gegen 9 Uhr biss ein Fisch an. Dass es ein ziemlich großer sein musste, merkte der Hobbyangler schnell.
Die Angelrute bog sich bedrohlich, der Fisch versuchte immer wieder zu flüchten. „Eine halbe Stunde habe ich mit ihm gekämpft. Dann wurde er müde“, berichtet er. Dennoch: Alleine hätte Dirk Klinkenberg den kapitalen Fang nicht bewältigen können. „Zum Glück war da ein Ehepaar, das mir geholfen hat. Sonst hätte ich ins Wasser gemusst“, sagt er.
Kunos Geschichte
2001 Kuno soll den Dackel verschlungen haben
2003 Kuno liegt tot im Schilf
2005 Kuno kommt ausgestopft von Bremerhaven zurück nach Gladbach. Die Otto-von-Bylandt-Stiftung übernahm die Kosten.
An Land war dann klar: Kein Hecht hatte angebissen, sondern ein Wels. Und was für einer. Gut 1,60 Meter misst der Fang. Dirk Klinkenberg erinnerte sich sofort an Kuno, den Killerwels, der heute ausgestopft im Museum Schloss Rheydt zu bewundern ist.
Auch Passanten erzählten wieder die Geschichte vom Monsterfisch, der 2001 im Volksgartenweiher einen Dackel gefressen haben soll. Angeblich war der neugierige Hund in den Teich gesprungen, um gleich danach verschlungen zu werden. Die Nachricht sorgte im Sommerloch für Furore. Gladbach hatte ein Seemonster: „Wer ist schon Nessie? Wir haben Kuno.“
Jetzt hat er auch noch einen Bruder. „Einen großen Bruder“, wie Dirk Klinkenberg betont. Das heißt, wie schwer sein Wels ist, kann der 29-Jährige noch gar nicht sagen. „Ich habe keine Waage, die groß genug wäre für den Fisch“, sagt er und lacht.
Und was geschieht jetzt mit Kunos Bruder? „Entweder bitte ich den Wirt vom Volksgarten-Restaurant, er soll den Fisch für einen guten Zweck zubereiten, oder es findet sich jemand, der den Fang ausstopfen lässt“, sagt Klinkenberg. „Ich selber kann mir das nicht leisten.“
Möglicherweise gibt es also bald zwei Killerwelse im Schloss Rheydt. Und damit wäre das Kapitel Monsterfische im Volksgartenweiher eventuell noch lange nicht abgeschlossen. Denn wie sich erzählt wird, wurden einst drei Baby-Welse dort ausgesetzt.
Wie dem auch sei: Dirk Klinkenbergs Fisch ist jetzt erst einmal in Frischhaltefolie eingerollt. „Ich glaube, ich brauche dafür mindestens acht Rollen“, sagte er am Mittag schmunzelnd. Der Hobbyangler ist stolz auf seinen Fang. Er hat gestern viele Glückwünsche von Spaziergängern und Passanten bekommen.
Der 29-Jährige: „Alle haben gesagt, dass sie noch nie im Leben einen so großen Fisch gesehen haben.“
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