Mönchengladbach: L 19 oder Ruckes: Wer will was?
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 23.05.2009Mönchengladbach (RPO). Es gab Demonstrationen und heftige Diskussionen: CDU, FDP und FWG tendieren zur Landesstraße 19. SPD und Grüne wollen sie verhindern und stattdessen die Ortsumgehung Ruckes. Das wird zum Wahlkampfthema.
Was ist die L 19? Es handelt sich um eine Landesstraße, die – grob vereinfacht – im Korridor der Autobahn 44 und der Landesstraße 31 liegt und im Landesstraßenbedarfsplan aufgenommen ist. Die Kosten für die L 19 übernimmt komplett das Land. Der Landesbetrieb Straßenbau NRW mit Sitz an der Breitenbachstraße in Gladbach plant die Straße.
Gibt es bereits eine Trasse? Nein. Es gibt bislang drei Korridore mit erheblichen Spielräumen. Ein Korridor führt entlang der Niers auf der ehemaligen A-44-Trasse. Ein anderer östlich um Giesenkirchen herum. Ein dritter zwischen Giesenkirchen und Schelsen durch die Gewerbegebiete Langmaar und Erftstraße.
Wann stehen die drei Trassen fest? Vermutlich Anfang 2010. Derzeit läuft die Umweltverträglichkeitsprüfung mit Spezialuntersuchungen von Gutachtern. Danach wird eine Vorschlagsstrecke präsentiert.
Wird diese Trasse dann auch gebaut? Nein. Danach wird unter anderem untersucht, wie wirtschaftlich diese Route ist. Auch die Bürger werden erstmals zur Trasse gehört. Nach Abschluss dieses Verfahrens legt der Landesbetrieb die Vorschlagsstrecke der Bezirksregierung vor. Bis zum Planfeststellungsbeschluss vergehen weitere zwei Jahre. Vor Mitte 2014 wird kaum gebaut – wenn es keine Querschüsse gibt.
Wer ist für die L 19? CDU und FDP wollen sie, die FWG tendiert zur L 19: Die Politiker versprechen sich von ihr eine Entlastung des Verkehrs für Giesenkirchens Zentrum, die Straßen Volksbadstraße, Erzbergerstraße, Grevenbroicher Straße, Dohler Straße und Geneickener Straße sowie für den Straßenzug Mülgaustraße, Burgfreiheit und Kölner Straße.
Wer ist gegen die L 19? SPD und Grüne sind dagegen. Sie bringen einen Antrag in den Rat, mit dem die Gladbacher Landtagsabgeordneten aufgefordert werden sollen, die Planung der L 19 zu verhindern. Für die SPD ist die L 19 eine Fortsetzung der gescheiterten Planung des Lückenschlusses der A 44 zwischen Odenkirchen und dem Osten Gladbachs. Der SPD-Chef Hermann-Josef Krichel-Mäurer argwöhnt, dass durch die L 19 Verkehrsdruck auf Hardterbroich, Pesch und Lürrip entsteht. Die Grünen lehnen eine Streckenführung entlang der A-44-Trasse ab, weil sie die Zerstörung eines Naherholungsgebietes befürchten.
Was fordern SPD und Grüne? Sie halten es für sinnvoller, die Ortsumgehung Ruckes von der Landesstraße 31 bis zur Bundesstraße 230 in die Landesplanung aufzunehmen. Diese Verbindung halten sie für geeigneter, um dann eine Entlastung insbesondere für Odenkirchen zu entwickeln.
Wie wahrscheinlich ist die Aufgabe der L-19-Planung? Die L 19 ist ein Politikum und wird zum Thema, das CDU und FDP auf der einen Seite und SPD und Grüne auf der anderen bis zur Landtagswahl 2010 beschäftigen wird. Während die rot-grüne Gruppierung bestehende Bürgerinitiativen, die gegen die L 19 sind, hinter sich weiß, haben es CDU und FDP schwieriger. Nutznießer einer L 19 haben sich bislang nicht lautstark bemerkbar gemacht.
Könnte es zur L 19 noch zusätzlich eine Ortsumgehung Ruckes geben? Kaum. Denn die Ortsumgehung müsste die Stadt dann selbst bezahlen: Bei ihren Schulden ist das nahezu undenkbar.
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