Mönchengladbach: L 19: Umstrittene Plakate müssen weg
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 25.06.2009Mönchengladbach (RPO). Die Gegner der geplanten Landesstraße 19 müssen das vor der Kleingartenanlage an der Mülforter Straße aufgehängte Protestplakat entfernen. Der Plakatständer steht auf einem Grundstück der Entwicklungsgesellschaft Mönchengladbach (EWMG).
Die städtische Tochter hat für das Aufstellen keine Genehmigung gegeben. Daraufhin wurden die Plakate mit entsprechen Aufklebern versehen. Außerdem wird die Bürgerinitiative "Nein zur L 19 auf der Trasse der A 44" die Kosten für den Anwalt übernehmen müssen, den der Kreisverband der Kleingärtner eingeschaltet hatte.
Einen so genannten Offenen Brief der Initiative bezeichnet Kleingärtner-Chef Heinz-Josef Claßen als "Entschuldigung zweiten Grades". "Die L-19-Gegner müssen unseren Anwalt bezahlen", fordert er. Sollte das Plakat nicht beseitigt werden, droht sogar Schadenersatz.
Die Bürgerinitiative hat vor der Anlage des Kleingartenvereins Giesenkirchen ein großformatiges Plakat aufgestellt. Unter einem Zitat des "Kleingärtners Klaus F." steht die Aussage: "Wir stellen uns unseren Feierabend etwas anders vor". Darunter befindet sich das Vereinsschild mit dem Schriftzug "K.G.V. Giesenkirchen e.V.", außerdem ist der Vorsitzende des Vereins, Peter Freyer, deutlich im Profil zu erkennen.
Die Initiative hatte weder den Verein noch Freyer informiert und auch nicht deren Erlaubnis eingeholt, das Plakat so zu veröffentlichen. Das ist nach dem Kunst- und Urhebergesetz aber vorgeschrieben. Beim zitierten Kleingärtner "Klaus F." handelt es sich offenbar um einen Phantasienamen, denn im Giesenkirchener Kleingartenverein gibt es niemanden, auf den dieser Name zutreffen könnte.
Freyer hat sich gegen die Veröffentlichung des Plakats mit dem Hinweis gewehrt, er und der Verein werde sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht in die Diskussion um die L 19 einschalten. Dies bekräftigte Kleingärtner-Chef Claßen gestern gegenüber der RP: "Wir sind im Geschäft, wenn es ein Geschäft gibt. Wenn wir wissen, dass der Verlauf der L 19 an der Kleingartenanlage vorbeiführt, werden wir reagieren."
Im "Offenen Brief" duzt die Initiative die Mitglieder des Kleingartenvereins und entschuldigt sich für Unannehmlichkeiten. Außerdem heißt es: "Also, wenn die L-19n demnächst vor Eurer Kleingarten-Haustür verlaufen sollte, dann sind wir uns jedenfalls sicher, dass Ihr bestimmt noch mal an ,Klaus F.' mit seinen Worten ,Wir stellen uns unseren Feierabend etwas anders vor' denken werdet."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







