Mönchengladbach: L 19 nicht auf der A-44-Trasse
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 15.12.2009Mönchengladbach (RPO). Die umstrittenste Route für die Umgehung Ost ist vom Tisch. Die Planer wollen die 8,9 Kilometer lange Straße zwischen Giesenkirchen und Schelsen führen. Sie soll rund 15 Millionen Euro kosten und wird nicht vor 2016 gebaut.
Die L 19, die geplante Ortsumgehung für Giesenkirchen und Odenkirchen, wird nicht auf der alten Trasse der A 44 geführt. Dagegen sprechen sich nicht nur alle Gutachter, sondern auch der Landesbetrieb Straßenbau aus. Er schlägt Landesverkehrsminister Lutz Lienenkämper (CDU) drei Varianten vor, die alle zweispurig sind und von denen eine der Favorit ist: Die Variante 4, die zwischen Giesenkirchen und Schelsen führt und im Süden an die Autobahn 44 sowie im Norden an die L 31 bei Neersbroich angeschlossen wird. Sie hat den Charme, dass Ruckes um 74 Prozent vom Verkehr entlastet wird, die L 31 südlich von Giesenkirchen um 46 %, die Dömgesstraße um 39 % und die Talstraße in Odenkirchen um 20 %. Alle vier Varianten kosten mehr als 15 Millionen Euro. Frühester Baubeginn ist 2016.
Bürger beteiligt
Bürger Sie werden beim Linienbestimmungs- als auch beim Planfeststellungsverfahren beteiligt.
Unterlagen Die Planung wird einen Monat lang ausgelegt.
Variante 1 Sie ist die umstrittenste, weil sie zum überwiegenden Teil auf der alten A-44-Trasse führt. Verkehrsgutachter und Landschaftsexperten lehnen sie ab. Auch die so genannten Träger öffentlicher Belange – Landwirte, Waldbesitzer, Behörden, Kommunen – lassen kein gutes Haar an dieser Variante. Sie ist eigentlich vom Tisch, auch wenn sie dem NRW-Verkehrsministerium noch vorgestellt wird. Mit 7,8 Kilometern ist sie die kürzeste.
Varianten 2 und 3 Sie haben die selben Endpunkte, führen aber östlich um Schelsen herum. Ihr Nachteil: Sie sind mit 10,4 (Variante 2) und 10,1 Kilometern (3) die längsten der vier Varianten und damit entsprechend teuer. Es ist damit zu rechnen, dass Landwirte, die Stadt Korschenbroich und die Gemeinde Jüchen bei diesen beiden Lösungen nicht mitziehen werden.
Variante 4 Der Favorit der Planer. Es gibt nur einen Haken: Es ist im Bereich Konstantinstraße/B 230 ein etwa 75 Meter langer Tunnel notwendig. Dieser ist teuer. Doch ist die Strecke mit 8,9 Kilometern im Vergleich zu den Varianten 2 und 3 kürzer, was den finanziellen Mehraufwand fast ausgleicht. Durch die um mehr als fünf Metern tiefere Lage der Fahrbahnen im Tunnel ist der Verkehrslärm deutlich geringer.
So geht es weiter
Landesverkehrsminister Linenkämper wird sich jetzt für eine der drei Varianten (4, oder auch 2 und 3) entscheiden. Dann beginnt das so genannte Linienbestimmungsverfahren: Dabei wird geprüft, wie wirtschaftlich die Route ist. Auch die Träger der öffentlichen Belange und die Bürger werden gehört. Das dauert bis 2011. Dann ist der Vorentwurf fertig, und der ist ziemlich konkret und alles andere als ein Provisorium. Das Planfeststellungsverfahren beginnt: Das benötigte Land muss gekauft, die Finanzierung sichergestellt werden. Läuft alles glatt, wird 2016 mit dem Bau begonnen.
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