Mönchengladbach: Lästige Kanadagänse
VON NADINE FISCHER - zuletzt aktualisiert: 10.12.2009Mönchengladbach (RPO). Kanadagänse sorgten für Gesprächsstoff im Umweltausschuss. Die CDU-Fraktion berichtet von massiver Überpopulation in Odenkirchen und Wickrath. Nach langen Diskussionen einigte man sich auf eine Untersuchung.
odenkirchen/wickrath Den Stein ins Rollen gebracht hat die CDU-Bezirksfraktion Süd. Deren Sprecher Joachim Roeske legte im Umweltausschuss dar, was seine Fraktion beobachtet hatte: Dass die Bereiche Kreuzweiher Odenkirchen und Schloss Wickrath unter den dort "massenhaft auftretenden" Kanadagänsen litten. Am Kreuzweiher seien Ende Oktober zwischen 100 und 150 Federtiere gesichtet worden. Als Problem sieht die Bezirksfraktion die Hinterlassenschaften der Gänse und deren Appetit an, der zu Kahlfraß auf den Grünflächen führe und diese damit zerstöre. Die CDU legte einen Beschlussentwurf vor und rief darin die Verwaltung dazu auf, "zeitnah zu berichten, welche Maßnahmen sie ergriffen hat oder ergreifen wird um die Überpopulation vor allem der Kanadagänse im Bereich Kreuzweiher Odenkirchen einzudämmen".
Weiterer Diskussionsbedarf
Mit Inhalt und Formulierung des Entwurfes waren die übrigen Fraktionen jedoch längst noch nicht einverstanden. "Sie setzen voraus, dass da etwas einzudämmen ist", kritisierte der Ausschussvorsitzende Ralph Baus (FDP). Thomas Diehl von den Grünen schlug vor, die Verwaltung erst einmal untersuchen zu lassen, welche Schäden es gibt und ob eine Bekämpfung überhaupt nötig sei.
Sabine Cremer (Die Linke) hatte da ihre Zweifel: "Ich war neulich am Kreuzweiher spazieren und konnte überhaupt keine Überpopulation feststellen", sagte sie. Etwa 20 Enten und acht Gänse habe sie gesehen und sich mit Spaziergängern über das Thema unterhalten. "Die waren alle sehr erfreut darüber, dass es in unserer zubetonierten Stadt noch Natur gibt." Vermutlich würden viele Tiere dort nur überwintern und seien danach wieder weg. "Auf gar keinen Fall würde ich einem Abschuss zustimmen", stellte sie klar.
In dem Antrag stehe doch auch nichts von Abschuss, antwortete der CDU-Sprecher Rolf Besten. Nach einer fünfminütigen Pause einigten sich die Fraktionen auf einen überarbeiteten Antrag. Demnach beauftragt der Umweltausschuss die Verwaltung damit, ihm zu berichten, wie "mit einer etwaigen Überpopulation im Stadtgebiet" umzugehen sei. Außerdem soll die Verwaltung untersuchen, welche Schäden die Kanadagänse verursachen. SPD-Sprecher Guido Mevissen ließ noch den Zusatz einfügen, nach dem geprüft werden soll, inwieweit die Kanadagänse heimische Vogelarten verdrängen.
Bis auf den FWG-Vertreter Karl Schippers stimmten alle Ausschussmitglieder dem Antrag zu. Schippers war der Meinung, das Thema hätte von der CDU direkt an die Verwaltung – und nicht erst über den Umweg Umweltausschuss – gerichtet werden können.
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